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22.12.2009

Prognose zur Verbraucherstimmung

Vor dem Fest ist nach dem Fest, könnte man in abgewandelter Form einen alten Sepp-Herberger-Spruch auf die Prognose für die Verbraucherstimmung im kommenden Jahr anwenden. Denn der vorweihnachtliche Einkaufsrummel am vergangenen Wochenende dürfte in Sachen Konsumklima für längere Zeit ein letzter Höhepunkt gewesen sein – schenkt man zumindest den Umfragen der Gesellschaft für Konsumforschung in ihrer Prognose für den privaten Verbrauch Glauben. Und das, obwohl sich die Erwartungen der Konsumenten zur Konjunkturentwicklung als auch die Einkommenserwartungen positiv entwickelt haben.

Schuld an der angeblichen Kaufzurückhaltung in 2010: die Angst vor Arbeitslosigkeit und Erhöhung der Energiepreise. Der angebliche Trend zur anscheinend erhöhten Sparquote macht die Verwirrung komplett. Alles in allem also ein wohl zu unausgegorenes und widersprüchliches Szenario, als dass sich daraus ein klarer Trend zur Konsumentwicklung ableiten ließe.
Man erinnere sich: Noch vor Jahresfrist lag den Auguren der wirtschaftlichen Entwicklung nichts ferner, als dem privaten Verbrauch die Rolle einer wesentlichen Stütze der Konjunktur zuzuschreiben. Und das, obwohl sich die Realeinkommen der mittleren und unteren Einkommensschichten seit Jahren auf Talfahrt befinden.
Der Konsument, das unbekannte Wesen: Wirkungen und Wechselwirkungen wirtschaftlicher und politischer Einflussfaktoren lassen es nur schwerlich zu, ihm gleich übers Jahr hinweg sein Verhalten voraus zu sagen.