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23.10.2008

Protest gegen Nacktscanner

Ach, wenn unsere Volksvertreter doch nur bei den wirklich wichtigen Themen auch so engagiert bei der Sache wären. Die Art und Weise, wie sie jetzt gegen den Ganzkörperscanner mobil machen, steht jedenfalls in keinem Verhältnis zum vermeintlichen Problem. Man könnte fast meinen, dass sich die vielfliegenden Abgeordneten deshalb so sehr gegen die Durchleuchtungsmaschine sträuben, weil sie den Einsatz am eigenen Leib fürchten.

Ganz abgesehen davon, dass der Apparat das Fliegen sicherer macht, weil sich Sprengstoff leicht entdecken lässt: Was ist schon dabei, wenn ein Sicherheitsmitarbeiter einen nackten Körper sieht? Ohnehin soll dafür gesorgt sein, dass der Mitarbeiter die entsprechende Person nicht direkt, sondern nur am Schirm sehen kann.
Im Namen des Anti-Terror-Kampfes sind schon ganz andere Dinge in die Wege geleitet worden, die uns deutlich mehr Sorgen machen sollten. Telefon- und Internetdaten werden gespeichert, der Innenminister möchte die Festplatten von Heimcomputern durchsuchen lassen, an vielen öffentlichen Plätzen müssen wir damit leben, dass uns Kameras beobachten – es fehlt nicht mehr viel zum gläsernen Bürger und der lückenlosen Durchleuchtung seines Privatlebens. Dagegen ist ein Nacktbildchen auf dem Flughafen nicht mehr als eine Lachnummer.