

PFORZHEIM. Der erste wegen Brandstiftung angeklagte Verdächtige aus der ungewöhnlichen Serie von drei Großbränden innerhalb von sechs Tagen (4. April Disco „Flash“, 7. April Wohnhaus an der Belfortstraße sowie 9. April Wohnhaus an der Gymnasiumstraße) muss sich am Freitag um 9 Uhr vor dem Pforzheimer Amtsgericht an der Lindenstraße (Saal 1) verantworten.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 25-jährigen Hausmitbewohner vor, er habe in betrunkenem Zustand in einem Wohnhaus an der Gymnasiumstraße 139 mehrere Brandherde gelegt und einen Schaden von rund 130 000 Euro verursacht.
Als Motiv gab er an, mit dem Lagern von Sperrmüll im Keller nicht einverstanden gewesen zu sein. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund war – wie bei den anderen Brandstiftungen auch – nach Polizeiaussagen nicht gegeben.
Dieser Prozess vor der Auswärtigen Großen Kammer des Landgerichts Karlsruhe in Pforzheim mit rund 40 Zeugen ist auf insgesamt drei Verhandlungstage (Fortsetzungen am 8. und 11. August) terminiert. Unter anderem wird auch ein psychiatrischer Sachverständiger gehört. Wann der Prozess gegen die drei ermittelten verdächtigen Brandstifter des Feuers an der Belfortstraße beginnt, konnte Erster Staatsanwalt Christian Lorenz nicht sagen. „Wir haben Anklage beim Schwurgericht erhoben, wobei der Prozesstermin in der Regel spätestens sechs Monate nach Inhaftierung erfolgt“, so Lorenz.
Zum aktuellen Stand der Ermittlungen beim Brand in der Discothek „Flash“ sagte Lorenz, dass sich zunächst erfolgversprechende Ansätze zur Täterermittlung nicht bestätigt hätten. „Obwohl alle Ermittlungsansätze voll ausgeschöpft wurden, ließ sich hier kein Täter feststellen, so dass wir das Verfahren einstellen mussten.“
Wurde zunächst vermutet, dass die drei Brände möglicherweise in einem Zusammenhang stehen, brachten die Ermittlungen der Polizei sehr schnell ans Tageslicht, das die Feuer unabhängig voneinander von verschiedenen Brandstiftern gelegt worden seien. Der stellvertretenden Feuerwehrkommandant Guido Lobermann sprach von einer „zyklischen Brandhäufung“: Erst passiere ein halbes Jahr lang nichts, aber dann gebe es auf einmal innerhalb einer Woche drei Großeinsätze.
Feuerwehrkommandant Volker Velten hatte gegenüber der PZ bestätigt, dass solche Brandzyklen – über das Jahr verteilt – typisch seien. „Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung habe ich die gleiche Beobachtung gemacht: Nach einer längeren Ruhephase häufen sich plötzlich mehrere Brände in kurzer Zeit, obwohl das natürlich alles zufallsbedingt ist und keinesfalls mathematisch erfasst werden kann“, so Velten. Was auf jeden Fall helfe, seien installierte Rauchmelder. Hier sollte nicht gespart werden.
Autor: Roger rosendahl





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