Rocker kontra Türsteher - Hells Angels, United Tribuns, Black Jackets, Gremium

Razzia gegen Rocker auch im Nachbarland Polen

In mehreren Bundesländern und im Nachbarland Polen haben Polizisten erneut Hells Angels und Bandidos ins Visier genommen. Rund 100 Beamte durchsuchten am Dienstagabend erneut den Haupttreffpunkt der Hells Angels in Potsdam. Die Beamten beschlagnahmten unter anderem eine Machete, vier Einhandmesser und Pfefferspray, wie die Polizei berichtete.

«Wir prüfen nun die strafrechtliche Relevanz der vorgefundenen Dinge», sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Es werde wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Der Sprecher begründete die Aktion in Brandenburg mit einer möglichen Gefährdung. «Es gab Hinweise, dass ehemalige Mitglieder der Berliner Bandidos in dem Treffpunkt waren.»

In der vergangenen Woche hatte es Razzien bei den Hells Angels in Berlin und Potsdam gegeben. Der Berliner Senat hatte zudem die einflussreichste Hauptstadt-Gruppe der Hells Angels verboten. Mehrere Mitglieder der Berliner Hells Angels und der verfeindeten Bandidos waren zuvor zu den Brandenburger Rockern übergelaufen.

Ein Mitglied der verbotenen Kieler Hells Angels ist in Polen festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft Kiel hatte den 39-Jährigen per internationalem Haftbefehl suchen lassen. Wie die Anklagebehörde am Mittwoch weiter mitteilten, fassten die polnischen Behörden den Mann am Dienstag im Großraum Danzig. Die Staatsanwaltschaft bemüht sich um seine Auslieferung. Was ihm vorgeworfen wird, wollte Oberstaatsanwältin Birgit Heß nicht sagen.

Nach dpa-Informationen könnte der Mann im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Tod von Tekin Bicer gesucht werden. Seit einer beispiellosen Großrazzia im Rockermilieu vor gut zwei Wochen suchen die Ermittler in einer Lagerhalle nach Überresten seiner Leiche.

Mit einer neuen Großrazzia ist die Polizei viereinhalb Monate nach einer Massenschlägerei zwischen Hells Angels und Bandidos in Mönchengladbach wieder gegen die Rockerszene vorgegangen. Mit Spezialeinsatzkräften durchsuchten die Ermittler am Dienstagabend ein Clubhaus in Krefeld und einen Sex-Club in Willich am Niederrhein. Außerdem schlugen die Beamten in Wohnungen in Köln, Krefeld, Düsseldorf und Solingen zu. Insgesamt waren nach Angaben eines Polizeisprechers vom Mittwochmorgen rund 500 Kräfte im Einsatz. dpa