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Skinheads
500 Skinheads wollten sich am Samstag zu einem Konzert in Birkenfeld treffen, die Polizei konnte jedoch mit einem Großaufgebot das Treffen der "Glatzen" aus der rechtsradikalen Szene verhindern.
© dpa
Meistens verwaist,  als Veranstaltungsort aber beliebt: Das Kleintierzüchterheim im Birkenfelder Erlach. Der Verein vermietet auch, weil eigene Ausstellungen fehlen.
Meistens verwaist, als Veranstaltungsort aber beliebt: Das Kleintierzüchterheim im Birkenfelder Erlach. Der Verein vermietet auch, weil eigene Ausstellungen fehlen.
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Rechtes Katz-und-Maus-Spiel - Skinheads kontra Polizei

BIRKENFELD/PFORZHEIM. Das verhinderte Konzert von Bands der rechtsextremen Szene im Birkenfelder Kleintierzüchterheim hat eine Vorgeschichte, die nach Katz-und-Maus-Spiel klingt. „Wir wussten von Hinweisen aus dem Internet zunächst nur, dass am Samstag irgendwo in Baden-Württemberg ein Konzert geplant war“, sagt Wolfgang Schick, Sprecher der Pforzheimer Polizei.

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„Aber wir wussten lange nicht, wo die Gruppen aus der rechten Szene sich treffen wollten“, sagt Schick.

Ein 40. Geburtstag als Vorwand

Der Vermieter ging zu diesem Zeitpunkt noch davon aus, dass rund 200 Menschen in der sonst meist verwaisten Halle der Kleintierzüchter einen 40. Geburtstag feiern wollten. Skeptisch sei er lange nicht gewesen, meint Wolfgang Goersch, der Vorsitzende des Clubs: „Ich habe mir den Beleg zeigen lassen, dass da wirklich einer Geburtstag hatte.“ Zweimal sei er am Samstag zur Anlage gefahren, um nach dem Rechten zu sehen. „Wie immer eigentlich“, so Goersch. Oft einheitliche Kleidung der Gäste habe ihn stutzig gemacht. Aber das Geburtstagskind habe sich ihm gegenüber als Vorstandsmitglied eines Fan-Vereins des KSC ausgegeben.

Erfahrungen mit Rechten auf der Suche nach einem Treffpunkt habe er nicht gehabt, so der Birkenfelder. Dass Nieferns Kleintierzüchter im Herbst 2004 auf rechte Konzertveranstalter hereingefallen waren, hatte er aber noch im Hinterkopf. Abgelegene Vereinsanlagen sind für Gruppen attraktiv, die Treffen an der Polizei vorbei organisieren wollen.

Rechtsradikale Gruppen planen ihre Konzerte oder Treffen meist verdeckt. Und sie sind auf Polizeieinsätze vorbereitet. In Birkenfeld hatte der Verantwortliche für den Auftritt der vier rechten Bands rechtlichen Beistand mitgebracht. Nachdem Kleintierzüchter Goersch vom Anmietungsvertrag zurücktrat und auf das Hausrecht des Vereins pochte, hatten die Gruppen aber keine Chance mehr. „Wir werden wieder verstärkt auf Vereine zugehen, um sie über die Anzeichen für solche Versammlungen zu informieren“, kündigte Schick an.

Dann geht es auch um die Tarnungen der Treffen. Geburtstagsfeiern, Vortragsabende, Pflege des Brauchtums oder Bewahrung der Sprache – alles schon vorgekommen. Als in Birkenfeld Besucher auftauchten, die zur rechten Skinheadszene gezählt werden konnten, reagierte die Polizei schnell. Ein Einsatzstab unter Leitung von Uwe Bux, Chef des Reviers Nord, zog die Fäden, auch Polizeichef Holger Trunk schaltete sich ein. Am Ende seien die ungebetenen Gäste vergleichsweise ruhig abgezogen, meint Wolfgang Goersch: „Es waren derart viele Polizisten im Einsatz, dass die Sache schnell klar war.“

Verein braucht Veranstaltungen, Nachbarn wollen Ruhe

Veranstaltungen in der Anlage der Kleintierzüchter in Birkenfeld sind keine Seltenheit. „Vier bis fünf Mal“ im Jahr, schätzt Vorstand Wolfgang Goersch, werde die Halle vermietet. Meistens kämen die Interessenten aus der näheren Umgebung. Das reiche von großen Hochzeiten bis hin zu türkischen Beschneidungsfesten und anderen Feiern, für die es in der Region schwer sei, Veranstaltungsorte zu finden, die groß genug seien.

Die Vermietungen sind unter Anwohnern in Birkenfelds benachbarten Wohngebieten umstritten. „Aber die Leute sehen nicht, dass wir die Veranstaltungen brauchen, um Fixkosten für die Anlage wie zum Beispiel die Versicherungen abzudecken“, sagt Goersch.

Nach seinen Angaben ist der Verein auf acht bis neun Züchter geschrumpft. Eigene Ausstellungen gebe es seit zwei Jahren nicht mehr. „Ich war zuletzt der einzige Aussteller“, sagt Goersch. Aber auch seine Tiere hat er längst aus der Anlage heraus genommen. „Wir wollen versuchen, dieses oder nächstes Jahr wieder aktiv zu werden“, meint der Vorsitzende, wenn das nicht klappt, schließen wir den Verein. Sonst macht das nichts als Arbeit und möglicherweise Ärger.“ hei


Autor: PZ-REDAKTEURE ALEXANDER HEILEMANN und Ralf Steinert

29.04.2008

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