nach oben
14.03.2008

Renten steigen ab Juli um 1,1 Prozentpunkte

Weil wieder mehr Menschen Arbeit finden und zugleich die Löhne gestiegen sind, fällt auch für die Ruheständler etwas ab. Sicher, die beschlossene Rentenerhöhung ist kaum mehr als ein Zuschuss zur Kaffeekasse. Aber immerhin: Nach 2007 steigen auch in diesem Jahr die Renten wieder.

Doch was sich da aus der Sicht des politischen Marketings so publikumswirksam verkaufen lässt, ist für die Rentner weit weniger lustig. Denn tatsächlich bleibt vom schmalen Zuwachs für die Rentner nichts übrig: Die Inflation und die erhöhten Pflegeversicherungsbeiträge zehren das kleine Plus gleich wieder auf. Unterm Strich lautet also die triste Botschaft: Real haben die rund 20 Millionen Rentner auch in diesem Jahr wieder weniger Geld in der Tasche.

Das ist unbefriedigend für die Rentner, die sich bereits seit Jahren bescheiden müssen. Die Bundesregierung kann den Rentnern keinen besseren Zuwachs gewähren, weil sie sonst ihre eigene Rentenpolitik konterkariert. Erklärtes Ziel dieser Koalition ist ja, das Rentensystem vorzubereiten auf die Risiken des gesellschaftlichen Alterungsprozesses. Deshalb hat sie immer wieder an der Rentenformel getüftelt und Begrenzungsfaktoren eingebaut, die dämpfend auf die Ruhestandsgehälter wirken sollen.
Dabei zeigt sich, dass nicht immer alle Kräfte in dieselbe Richtung wirken. Dass überhaupt ein Plus für die Rentner herausspringt, liegt am sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor – ein Instrument, das eigentlich helfen soll, das Rentensystem gegenüber der demografischen Entwicklung unempfindlicher zu machen. Es bremst, wenn die Zahl der Rentner steigt und die der Beschäftigten sinkt. Weil aber im vergangenen Jahr neue Jobs entstanden sind, schlägt das Pendel nun in die andere Richtung aus: Die Altersbezüge steigen stärker, als viele Experten bisher erwartet hatten.
Den Rentnern bietet das nur bedingt Trost. Sie müssen sich dauerhaft auf magere Zeiten einstellen. Selbst wenn die Wirtschaft weiter gut läuft, können sie nicht mit üppigen Zuschlägen rechnen. Weil die Altersruhegelder in den vergangenen wachstumsschwachen Jahren eigentlich hätten gekürzt werden müssen – was sich die Regierung allerdings selbst untersagt hatte – fallen die Erhöhungen in den nächsten Jahren geringer aus.
Das schmerzt vor allem jene, die mit kleinen Renten auskommen müssen. Aber gibt es eine sinnvolle Alternative angesichts des demografischen Wandels? Künftig müssen immer weniger Beschäftigte immer mehr Rentner finanzieren. Was das bedeutet, erfahren diejenigen mit aller Härte, die in 20 Jahren in Rente gehen. Also jene, die künftig länger arbeiten müssen, und doch weniger raus bekommen – und deshalb schon jetzt mehr auf die hohe Kante legen müssen für die private Vorsorge.