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02.07.2009

Ruf nach Punkte-Amnestie für Verkehrssünder

Was für ein Unfug: Verkehrssündern, die nur ein oder zwei Punkte auf ihrem Flensburger Konto haben, soll die Weste wieder weißgewaschen werden – einfach so, im Zuge der Reform des Punktesystems.

Geisterfahrt

Dass Politiker ernsthaft solche Vorschläge machen, hat nur einen Grund: Wir Deutschen sind halt nach wie vor ein Volk von Autonarren, die sich ohne ihr Heilig's Blechle nur als halbe Menschen fühlen – zu verlockend ist offenbar die Aussicht, daraus in Wahlkampfzeiten Kapital zu schlagen. Das Ergebnis: die pure politische Verantwortungslosigkeit. Seit jeher ist es ein Problem, dass viele Verstöße gegen die Verkehrsregeln als Kavaliersdelikt empfunden werden – wer jetzt eine Amnestie für sogenannte Bagatelldelikte fordert, leistet diesem Denken massiv Vorschub.

Dabei ist es eben alles andere als eine Lappalie, mit dem Telefon in der Hand während der Fahrt am Steuer zu sitzen oder mit 60 durch die Tempo-30-Zone zu rauschen. Dass viele Autofahrer das leider immer noch ganz anders sehen, legt eigentlich nahe, mehr Kontrollen und härtere Strafen zu fordern. Aber wer will das schon – in Wahlkampfzeiten.