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23.04.2009

Schärfere Regeln für Manager

Die Krise zeigt Wirkung – in diesem Fall sogar ausnahmsweise mal eine positive: Manager sollen Verantwortung für ihr Tun übernehmen. Und weil zu viele das nicht freiwillig tun, werden sie nun dazu gezwungen. Ob’s denn im Endeffekt wirklich so weit kommt, dass ein Manager nach einem gravierenden Fehler sein Jahresgehalt opfern muss, ist unerheblich. Es zählt das Signal. Und das ist deutlich.

Bislang war es ja eher umgekehrt: Da wurden scheidende Manager – und hatten sie noch so schlecht gewirtschaftet – gerne mit einer dicken Abfindung verabschiedet. Nur um bei nächster Gelegenheit für einen anderen Chefposten in Frage zu kommen. Das Fußvolk bezahlte dagegen für die Management-Fehler – mit dem Job. Und oft mit wenig Aussicht auf neue Beschäftigung.
Wohl wahr: In der Realität dürfte es schwierig werden, den Konzernlenkern ihre Schuld am unternehmerischen Misserfolg nachzuweisen. Der ist ja von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Aber schon die Androhung von Konsequenzen könnte die Werte-Koordinaten der Manager wieder ein wenig zurechtrücken. Ein Unternehmen zu lenken, ist kein Spiel, bei dem es nur um schnelle Gewinne geht – es bedeutet viel mehr: für die Arbeitnehmer, für die Wirtschaftsleistung einer Stadt oder Region, für die ganze Gesellschaft. Dem müssen Manager Rechnung tragen.