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27.08.2009

Schwer verständliche Wahlprogramme

Zyniker werden fragen: Ist nicht belanglos, ob Wahlprogramme verständlich sind? Es liest sie ja doch keiner. Wichtig ist, dass die Spitzenkräfte der Parteien telegen über den Bildschirm flimmern.

Salopp formuliert, aber vermutlich näher an der Realität, als sich viele Volksvertreter eingestehen wollen. Und tatsächlich gibt es ja Medien, denen die Aufgabe obliegt, Politik für alle Bürger verständlich zu machen.
Indessen, mögen es auch wenige Interessierte sein, die sich tatsächlich aus erster Hand informieren wollen, so wirkt die komplizierte Sprache der Programkommissionen doch reichlich kontraproduktiv. Vor allem Normalbürger ohne höhere Bildung fühlen sich gewiss vor den Kopf gestoßen, wenn sie beispielsweise Schachtelsätzen mit bis zu 74 Wörtern begegnen.
Damit verfestigt sich der landläufige Eindruck, Politik ist eigentlich ein Geschäft für Experten, und diese wollen unter sich bleiben. Muss man da nicht kontern und betonen, Demokratie lebt schließlich von der Teilhabe möglichst vieler Bürger?
Mangelndes Bemühen um Verständlichkeit mag nur ein Mosaikstein im großen, traurigen Bild einer generell rückläufigen Wahlbeteiligung sein. Aber im Vergleich zu anderen Dingen sollte dies einfach zu korrigieren sein.