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23.04.2008

See(len)-Räuber

Diese missmutigen Musiker namens „We’re not Superheroes anymore“, sie haben recht. Die Helden des Londoner Untergrunds, sicher bald weltberühmt, behaupten über uns junge Menschen: „Wir sind doch alle schiffbrüchig.“ Und: Wir driften doch immer weiter ab von unserer Heimat, von uns selbst.

Und noch viel schlimmer: Wir sind doch unter Piraten, die uns unserer seelischen Habseeligkeiten zu berauben suchen: Kreativität, Spiritualität, Hoffnung, Leidenschaft. Wurden wir erst einmal beraubt, so klagen wir über diesen leeren, hohlen Herzschmerz. So singen es die Emo-Rocker. Sehr düster.

Aktuelle Modetrends belegen dieses Piratentum, dessen Belagerung Jugendliche ausgesetzt sind. Bis vor kurzem sah man auf T-Shirts und Schals eines jeden Hipsters – so nennt man Möchte-gern-Trend-Setter – Totenköpfe. Piratische Symbole. Nun soll das out sein. Wie sagte ein bekannter Designer neulich: „Wer noch Totenköpfe trägt, tut das aus Überzeugung.“ Zur Piraterie?

Der Hipster trägt 2008 Sterne. Das ist nicht besser. Der Stern als modisches Motiv entspringt ebenfalls dem Seeräubertum: Er war als Tätowierungsmotiv beliebt noch vor dem Totenkopf, seiner einfachen Form wegen.

Vorsicht also vor Stern-Hipstern und Totenkopf-Trägern!
Vielleicht sind es See(len)-Räuber.

Szeneapplaus. „Flowin’ Immo“ steht nicht unter Verdacht, seiner Seelen Schätze beraubt worden zu sein. Der Bremer Rapper ist einzigartig unangepasst. Vollkommen verrückt, aber eben auch genauso kreativ. Imfried Wischhusen, so sein bürgerlicher Name, ist eine „Rampensau“ vor dem Herrn, die Wortakrobatik mit musikalischer Finesse verbindet. Am Freitag ist er im „Virgin Club“ zu Gast. Zu Ehren des zehnten Geburtstags des „Ganja Riddim Soundsystems.“ Das sind Pforzheimer DJs und Party-Organisatoren, die über die Grenzen Deutschlands hinaus hohes Ansehen genießen bei Liebhabern von Reggae, Dancehall und Dub.

Szenewechsel. Eric Smax ist bekannt für seine Interpretationen. Seine musikalischen Interpretationen. Hä? Es gibt hierfür – wie für alles andere auch – einen jugendsprachlichen Begriff, der besser verstanden wird: Remixe. Wie auch immer, Eric Smax ist DJ und Produzent, die Remixe aus seinen Mixern liegen House-Hörern im Ohr. Smax kann aber auch eigene Hits produzieren, der bekannteste darunter heißt: „That’s it!“

Das war’s. Fast. Eine Info noch. Smax legt am Mittwoch, 30. April, im „plus+“ auf.