Sex-Party-Affäre: Ermittler wollen Strauss-Kahn vor Gericht sehen. Foto: dpa
Sex-Party-Affäre: Ermittler wollen Strauss-Kahn vor Gericht sehen © dpa

Sex-Party-Affäre: Ermittler wollen Strauss-Kahn vor Gericht sehen

Paris (dpa) - Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn soll wegen seiner Affäre um illegale Sex-Partys mit Prostituierten der Prozess gemacht werden. Die zuständigen Untersuchungsrichter lehnten nach Justizangaben vom Freitag eine Einstellung des Anklageverfahrens wegen bandenmäßiger Zuhälterei ab und reichten den Fall ans Gericht weiter. Die Staatsanwaltschaft hatte sich jüngst für ein Ende der Ermittlungen gegen den 64-Jährigen ausgesprochen.

Strauss-Kahn wird in dem Anklageverfahren verdächtigt, bis ins Jahr 2011 an der Organisation von illegalen Sex-Partys beteiligt gewesen zu sein. Der frühere Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat die Teilnahme an freizügigen Treffen in Städten wie Paris, Washington und Lille eingeräumt. Er will allerdings nichts davon gewusst haben, dass die beteiligten Frauen bezahlt wurden. In diesem Fall dürfte der Franzose nicht verurteilt werden.

Neben Strauss-Kahn sind in der nach einem Luxushotel benannten «Carlton»-Affäre etliche weitere Personen im Visier der Ermittler. Die Untersuchungsrichter sprachen sich nun dafür aus, insgesamt 13 von ihnen den Prozess zu machen. Unklar war zunächst, ob die Staatsanwaltschaft Einspruch dagegen erhebt.

Eine vor den Sex-Partys bekanntgewordene Affäre um Vergewaltigungsvorwürfe eines New Yorker Zimmermädchens hatte Strauss-Kahn 2011 seinen Chef-Posten beim IWF in Washington gekostet. Die inzwischen durch eine außergerichtliche Einigung beigelegte Angelegenheit machte zudem die Ambitionen des Sozialisten auf eine Präsidentschaftskandidatur in Frankreich zunichte.