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06.03.2008

Situation der Demokraten im US-Wahlkampf

Barack Obama hat seinen ersten strategischen Fehler im US-Wahlkampf zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt gemacht. Trotz seines satten Vorsprungs bei den Delegiertenstimmen hat er es vor der Entscheidung in Texas und Ohio nicht geschafft, sich aus der Alles-oder-nichts-Stimmung zu befreien. Dabei galt die nur für Hillary Clinton.

Die hat nun dank ihrer knappen Siege Oberwasser und bietet dem in die Defensive geratenen Obama die Vizepräsidentschaft an. Ein geschickter Schachzug, der die Demokraten aber in eine verzwickte Lage bringt.
Freiwillig zurückstecken wird nun keiner der Konkurrenten – im Gegenteil, der Wahlkampf wird schärfer werden. Dabei müssen die beiden Demokraten im parteiinternen Duell aufpassen, dass sie nicht zu tief im Schmutz wühlen. Denn die Republikaner lauern schon. Bei ihnen herrscht in der Kandidatenfrage Klarheit. John McCain kann sich bereits auf die entscheidende Schlacht ums Weiße Haus und seinen wirklichen Gegner – die Demokraten – vorbereiten. Akribisch wird er jede öffentlich ausgebreitete Schwäche von Obama und Clinton – sei sie inhaltlicher oder persönlicher Natur – analysieren und zum Angriff verwenden. Das könnte ihm am Ende die entscheidenden Punkte bringen – und Amerika den Wechsel kosten.