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05.08.2008

Sophies Welt statt Mortenmanie

KARLSRUHE. Ob sie wohl auch unter den Gästen der Huberthschen Hochzeitsfeier ist? Ohne Sophie Marceau jedenfalls hätte die Vermählung nie stattgefunden, weil erst die Französin beim Bräutigam das Interesse für Frauen weckte.

Gut, ja, man muss die Dinge wohl immer auch aus ihrer Zeit heraus verstehen. Morten Harket zumindest ist eine ganz typische Erscheinung der 80er-Jahre, die Haare toupiert (als Mann!), das Gesicht so blass, dass es gepudert wirkt, die Augenbrauen wie gemalt. Und ein Star. Ein Teenie-Schwarm. Sänger der norwegischen Pop-Gruppe „A-ha“. Millionen, ach was, Milliarden junger Mädchen hängten sich ihre Kinderzimmerwände voll mit Morten-Harket-Postern. Und der junge Sascha Huberth tat das auch. Morten hier, Morten da, Morten überall.
Doch weil wir uns nur strikt an die Tatsachen und an sonst nichts halten, wollen wir uns hier mit dem Gerücht auch gar nicht weiter befassen, demzufolge Saschas Eltern wegen der Mortenmanie bereits dem Gedanken näher traten, ihr Sohn interessiere sich womöglich eher für Jungs als für Mädchen.

Dass aber dann doch alles anders kam, hat die Welt der französischen Schauspielerin Sophie Marceau zu verdanken. Obwohl sie damals auch noch sehr jung war, als sie mit „La Boum – die Fete“ ins Rampenlicht trat. Und obwohl sie zumindest damals nicht sehr viel von dem zu bieten hatte , was der Franzose „grands lolos“ nennt, setzte sie sich gegen Morten Harkett durch. Seine Poster gingen, ihre kamen. Sophie hier, Sophie dort, Sophie überall.
Und die Legende will es, dass mit Sophies Erscheinen und Mortens Verschwinden auch alle Gedanken ein Ende fanden, dass der junge Sascha sich womöglich eher für Jungs als für Mädels interessierte. Nur seine Frau, die muss sich vielleicht weiterhin Sorgen machen. Denn wenn heute das Gespräch auf Sophie Marceau kommt, zieht immer noch ein verträumtes Lächeln über Sascha Huberths Gesicht. Gerade so, als denke er an die gute alte Zeit zurück. Mit Sophie. Und mit Morten.