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28.04.2009

Sparmaßnahmen bei Daimler

Unter keinem guten Stern steht derzeit die Arbeit der Daimler AG. Wegen der dramatischen Absatzkrise ist der Stuttgarter Autobauer in den ersten drei Monaten dieses Jahres tief in die roten Zahlen gerutscht. Für das zweite Quartal sehen die Prognosen kaum besser aus. Die Konsequenz sind drastische Sparmaßnahmen in Verwaltung, Organisation und vor allem beim Personal.

Zehntausenden Mitarbeitern stehen Arbeitszeitverkürzungen ohne Lohnausgleich bevor, dZudem soll weniger Zuschuss zum Kurzarbeitergeld bei 68 000 Beschäftigten bezahlt und ie zweite Stufe der Tariferhöhung wird verschoben, Urlaubs- und Weihnachtsgeld schrumpfen und die Erfolgsbeteiligung für 2008 in Höhe von 1900 Euro wird nicht ausgezahlt.
Sicherlich: In einer derart schwierigen Situation muss jeder seinen Sparbeitrag leisten – auch die Belegschaft. Dennoch ist kritisch zu hinterfragen, ob die Konzernspitze tatsächlich alle Register gezogen hat, um die insgesamt vier Milliarden Euro möglichst sozialverträglich einzusparen.
Alles muss auf den Prüfstand – auch das millionenschwere Engagement des Konzerns in der Formel 1. Natürlich war der Werbeeffekt viele Jahre lang beachtlich. Doch in jüngster Zeit ist der Rennstall in Folge der „Lügen-Affäre“ um den Saisonauftakt in Aus-tralien hauptsächlich negativ aufgefallen. Zudem könnte das Urteil des Motorsport-Weltrats, das heute erwartet wird, zu einem finanziellen Totalschaden führen.
Vor diesem Hintergrund ist es dringend geboten, dass nicht nur Gehälter der Arbeitnehmer gekürzt werden, sondern auch bei der Formel 1 der Rotstift angesetzt wird. Und Daimler würde mit dieser Entscheidung noch etwas signalisieren: Nämlich, dass Jobs wichtiger sind als Autorennen.