nach oben
05.03.2008

Stadtbusse bleiben im Depot

PFORZHEIM. Stadtverwaltung, Polizei, aber auch Taxi-Unternehmen und viele Bürger bereiten sich auf den heutigen ganztägigen Streik bei den Stadtbussen vor. Pforzheims Erster Bürgermeister Andreas Schütze (CDU) hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, Fahrgemeinschaften zu bilden. „Um die Mehrbelastungen unseres Straßenverkehrssystems durch den individuellen motorisierten Verkehr in möglichst engen Grenzen zu halten“, wie Schütze sagte.

Im Rathaus werde daran gearbeitet, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. Großen Spielraum gebe es aber nicht. Er gehe davon aus, dass sehr viele Bürger, die sonst mit den Stadtbussen fahren, auf ihr eigenes Auto zurückgreifen werden, so Schütze, und der Straßenraum sei in der Kürze der Zeit ja nicht beliebig vermehrbar. Es werde den Autofahrern auch nur wenig helfen, dass die Ampeln heute keine Rücksicht auf die ansonsten bevorzugten Stadtbusse nehmen müssten.

Peter Gräber, stellvertretender Leiter der Verkehrspolizei Pforzheim, erwartet den Streiktag „mit gespannter Aufmerksamkeit“. Er rechne nicht mit einem Verkehrskollaps.
Tobias Demmel, Pressesprecher des Pforzheimer Stadtverkehrs (SVP), erklärte, dass „sämtliche Stadtbusse ganztägig im Depot stehen bleiben“. Es gebe keine Ausnahmen. Die Regionallinien aller privaten Busbetreiber wie 742 (nach Huchenfeld und Hohenwart), 743 (nach Büchenbronn) und 763 (ins Industriegebiet Altgefäll) seien von dem Streik nicht betroffen.

Der Verkehrsverbund Pforzheim/Enzkreis (VPE) verkehre ebenfalls mit den Überlandlinien 720/721/722 (Pforzheim–Langensteinbach/Wilferdingen), jedoch gebe es einen Sonderfahrplan. Im Internet unter „www.vpe.de“ könne er eingesehen werden.
Engpässe bei den Taxis erwartet „Zwischen 6.30 und 7.30 Uhr wird es bei den Taxis Engpässe geben“, prophezeit Richard Kirschler, Vorsitzender der Taxifunkzentrale. „Wir haben nicht mehr als 33 Fahrzeuge und müssen zu dieser Zeit viele Stammgäste befördern“, betont er. „Ich stelle mich auf Reklamationen ein“, erklärt er den Grund, warum er sich nicht auf den Streiktag freut.
Unterdessen äußerte der Erste Bürgermeister Verständnis für die Streikenden. Er hätte es zwar für sinnvoll gefunden, auf der Basis der angebotenen Lohnerhöhung weiter zu verhandeln und noch nicht zu streiken, so Schütze.
Aber solche tariflichen Auseinandersetzungen seien aus gutem Grund völlig rechtens. Zudem müsse auch der Öffentliche Dienst seine Mitarbeiter gut bezahlen. „Wir stehen als Arbeitgeber in der Konkurrenz zur freien Wirtschaft“, sagte Schütze. Es dürfe da nicht zu einer negativen Auslese kommen, das sei schädlich für die Infrastruktur.