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27. Februar 2010
Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus spricht in Göbrichen über die Steuer-CD.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus spricht in Göbrichen über die Steuer-CD.
© Bechtle

Stefan Mappus verteidigt Nicht-Kauf der Steuer-CD

NEULINGEN-GÖBRICHEN. “Mandatsträger in einem Rechtsstaat dürfen nie gegen geltendes Recht verstoßen.” Mit diesen Worten verteidigte Ministerpräsident Stefan Mappus am Samstag in Neulingen-Göbrichen im Verlauf eines Kreisparteitags die Entscheidung der baden-württembergischen Landesregierung, die CD mit den illegalen Steuerdaten doch nicht zu kaufen.

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Mehrere befragte Fachleute in Baden-Württemberg seien zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Ankauf rechtlich nicht zulässig wäre. Zwischen der CDU und dem Koalitionspartner FDP hatte es in den vergangenen Wochen einen heftigen Streit darüber gegeben, ob die Daten-CD gekauft werden soll. Kritiker hatten Mappus nach der am Freitag bekannt gewordenen Entscheidung vorgeworfen, er sei vor der FDP eingeknickt.

Soll das Land Baden-Württemberg die CD mit Daten von Steuersündern kaufen?

“Die Sache”, sagte Mappus von rund 300 Parteimitgliedern, “ist eben nur auf den ersten Blick einfach.” Gelte es, den Vorgang nur politisch zu würdigen, wäre es aus Mappus unproblematisch, die Steuerbetrüger zur Rechenschaft zu ziehen. Die “alles entscheidende Frage” sei aber: “Darf ein Rechtsstaat dem Rechtsstaat mit geklauten Daten zum Recht verhelfen.” Die Antwort sei aus aktueller Sicht ein klares “Nein”.

Dazu müsse die CDU stehen, auch wenn das dem Bürger nur schwer zu vermitteln sei. In anderen Bundesländern werde das zwar anders gehandhabt, in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel vermutet Mappus hinter der Vorgehensweise von Ministerpräsident Rüttgers eher wahlkampftaktische Gründe. Die Haltung des Bundes beim Umgang mit den gestohlenen Steuerdaten bezeichnete Mappus als “befremdlich”, weil die Verantwortung ausschließlich an die Bundesländer weitergegeben werde.<

Abschließend forderte Mappus, die Bundesrepublik Deutschland brauche schnell ein Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz: “Denn das”, sagte Mappus, “ist das eigentliche Problem, das es zu lösen gilt.”

Autor: Holger Knöferl

28.02.2010

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Leserkommentare (106)

Mehr Kommentare
1
Isis | 27.02.2010 | 14:50

Mappus labert Mist und das weiß er auch!! Wieso wurde schon vor 2 Jahren die Liechtenstein-CD gekauft und nun diese in NRW?? Gibt es zweierle Recht in Deutschland. Hier stimmt nix mehr in unserer Bananenrepublik!!!! mehr...

2
Auge | 27.02.2010 | 15:01

Der Herr Mappus weiß sehr wohl wen er bekämpfen muss und bei wem er kuschen muss!:D Herr Mappus vergisst dabei aber ganz, dass diese Wirtschaftskriminellen,- Verbrecher sind welchen den Staat um MRD prellen, aber dies ist dem MP. Mappus egal, denn er hält sich als RETTER der "Rechts" staatlichen Ordnung an das Gesetz. Wenn ich dies hier so zur Kenntnis nehmen muss kommt mir das was wohl rund um die Uhr!:mad: Bild Berichtet heute über diesen Muster MP für den das Gesetz an erster Stelle ...... mehr...

3
Markus | 27.02.2010 | 15:38

Niemand, wirklich niemand, hat diesen Mann zum MP gewählt. Nicht mal zum Stellvertreter. Eigentlich müssten Neuwahlen stattfinden bzw. die Landtagswahl vorgezogen werden. So geht das nicht. Der Souverän entscheidet, von wem er regiert werden möchte und von wem nicht. mehr...

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