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03.08.2009

Steinmeier will vier Millionen Arbeitsplätze schaffen

Eines ist Frank-Walter Steinmeier mit seinem „Deutschland-Plan“ immerhin gelungen: Er hat alle verblüfft. Dass in Zeiten, in denen Experten eine Entlassungswelle auf das Land zurollen sehen, ein Kanzlerkandidat den Deutschen vier Millionen Arbeitsplätze verspricht, ist eine echte Überraschung. Und dennoch: Es ist nicht dumm, was der SPD-Mann macht.

Was ist denn die Alternative zu seinen hochfliegenden Plänen? Sich in sein Schicksal zu ergeben als Kandidat von der traurigen Gestalt, der bis zum 27. September mit hängendem Kopf durch die Republik schleicht und auf Wähler-Almosen hofft? Gute Politik geht nur mit ehrgeizigen Zielen, und dass Steinmeier bis 2020 denkt, muss man ihm nicht zwingend als faulen Trick auslegen – immerhin wird stets von der Politik verlangt, auch über Wahlperioden hinauszudenken.

Die Sache hat allerdings einen gewaltigen Haken. Wer kauft dem Kandidaten Steinmeier ab, dass er es schafft? Dass ausgerechnet dieser, von den Wählern mehrheitlich als zu blass und zu wenig charismatisch eingeschätzte Kandidat in der Lage ist, fast allen Deutschen wieder Arbeit zu verschaffen. Kann der Mann mehr als Merkel? Am Ende wird fast alles von der Antwort auf diese Frage abhängen. Arbeitsplätze schaffen wollen schließlich alle, und von einer Wechselstimmung kann derzeit keine Rede sein. Der Herausforderer kann nur noch etwas bewegen, wenn er Macher-Qualitäten zeigt und die Menschen mitreißt. Es wird schwer für Frank-Walter Steinmeier.