

Wenn man die Menschen auf der Straße fragt, was sie sich für die Zukunft wünschen, dann dürfte das Glück nach der Gesundheit gleich an zweiter Stelle stehen. Doch was ist das – Glück? „Glück besteht aus einem hübschen Bankkonto, einer guten Köchin und einer tadellosen Verdauung.“ So einfach hat sich das der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) einmal gemacht. Zugegeben, da ist auch heute noch etwas dran. Doch warum ist dann das Glück in unseren Breitengraden – zumindest gefühlt – zu so einer Seltenheit geworden? In einem Land, in dem die sozialen Sicherungssysteme zumindest die Existenz garantieren. Leiden wir auf breiter Front an – pardon – Verdauungsproblemen?
Spaß beiseite – natürlich ist das nicht das Problem. In Deutschland driftet die Gesellschaft auseinander. Die Mittelschicht wird immer schmaler. Die Menschen leiden unter Zukunftsängsten und einer Politik, die dem nicht gerecht wird. Da spendet wohl auch die französische Schriftstellerin Francoise Sagan wenig Trost: „Auch in einem Rolls-Royce wird geweint, vielleicht sogar mehr als in einem Bus.“
Keine Frage: Glück wird dieser Tage überwiegend über das Materielle definiert. Das treibt teils bizarre Blüten: Tausende junger Menschen zieht es Jahr für Jahr zu Castingshows, sie lassen sich dort schikanieren und blamieren – in der trügerischen Hoffnung auf den schnellen Wohlstand und ein leicht verdientes Leben auf der Sonnenseite. Und Hand aufs Herz: Hat nicht jeder von uns schon einmal den berühmten Sechser im Lotto herbeigesehnt, damit endlich Schluss ist mit den Unwirtlichkeiten des Alltags? Und noch einmal ist an dieser Stelle Ehrlichkeit gefragt: Wieviele Geschichten kennen wir eigentlich, in denen berichtet wird, dass Menschen auf diese Art und Weise das ganz große Glück gefunden haben? Nicht viele, jedenfalls.
„Einen glücklichen Manager gibt es nicht. Glück findet woanders statt, in einer Welt, wo es nicht um Leistung, Erfolg und Gewinn geht.“ Es ist der Sportwissenschaftler und Managementberater Hans Eberspächer, der die Richtung weist. Glück ist ein immaterielles Gut. Glück kann man nicht kaufen. Glück findet im Kopf statt und im Herzen. Glück hat im Wesentlichen mit den Menschen zu tun, die um uns herum sind. Und nun möge jeder ganz ehrlich selbst entscheiden, wie glücklich er denn ist – eine Weisheit von Wilhelm Busch im Hinterkopf: „Fortuna lächelt, doch sie mag – nur ungern voll beglücken: Schenkt sie uns einen Sommertag, so schenkt sie uns auch Mücken.“
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Leserkommentare (6)
Mehr KommentareWenn ich mir heute die Aussagen der B-, C- bis Z-Prominenten in der PZ zum Thema Glück ansehe, dann zeigt das eindeutig, [COLOR="Red"]Glück lässt sich nicht allgemein definieren.[/COLOR] Jeder muss selbst herausfinden, was Glück für ihn bedeutet. Glück könnte auch sein, einen Tag ohne Medien und deren ständige Berieselung mit überflüssigen Informationen zu verbringen. mehr...
Die Menschen einer jeden Zeitepoche mögen das persönliche Glück, anders empfunden haben, als Menschen im jetzt existierenden 21 Jahrhundet und dies besonders in Europa. Wüteten doch gerade in den letzten Jahrhunderten auf europäischen Boden "fortlaufend" kriegerische Auseinandersetzungen mit ihren fatalen Folgen,so hat sich diesbezüglich, das Bild "zu Gunsten" der Bevölkerung in den hiesigen Wertegemeinschaften gewandelt. Aber schauen wir nur einmal über diesen Tellerrand hinüber. Menschen ...... mehr...
Wer hat sich denn diesen Unsinn ausgedacht? Glück ist kein Gewinn sondern ein "Zustand". Andersrum wird ein Schuh draus Wer gewinnt, hat Glück (z.B. im Spiel) mehr...