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16.04.2009

Steuergeschenk der SPD

Wenn es nach der SPD geht, sollen künftig 45 Cent in Form einer Briefmarke auf einer Postkarte an das Finanzamt reichen, um einen Lohnsteuerbonus in Höhe von 300 Euro zu kassieren. Eine scheinbar reizvolle Idee – nicht jedoch bei genauerem Hinsehen.

Sicherlich: Manch einer würde von der Pauschale profitieren und mehr erhalten, als ihm eigentlich zustünde. Aber auch der umgekehrte Fall ist denkbar. Nicht wenige Geringverdiener würden in dem Irrglauben, mit Hilfe der Steuererklärung weniger zurückzubekommen, durch den Bonus um ihr Geld gebracht. Und jene, die bislang freiwillig auf fünfzig oder hundert Euro verzichtet haben, nur um keine Steuererklärung machen zu müssen, würden in den Genuss einer Prämie für Bequeme kommen.
Doch zu welchem Preis? Die propagierte Entbürokratisierung wird ausbleiben. Denn trotz der Rückerstattungspauschale von 300 Euro müsste jeder Antragsteller erfasst und zudem überprüft werden, ob es nicht doch weitere Einkünfte neben dem Lohn gibt. Außerdem stellt sich die Frage: Wer darf überhaupt den Bonus beantragen? Etwa der Schüler, der einmal jährlich jobbt und dessen Arbeitgeber eine geringe Lohnsteuer für ihn abführt? Das dürfte teuer werden.
Zudem drängt sich der Eindruck auf, dass mit Hilfe der 300 Euro davon abgelenkt werden soll, dass Deutschland dringend etwas ganz anderes braucht: Ein einfaches und verständliches Steuersystem.