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In Pforzheim wütet die Pest:  Auf dem Archivbild von 2001 erläutert Rainer Mürle (1930–2008), Vater des Figurentheaterspielers Raphael Mürle, seine Installation im Stadtmuseum.
In Pforzheim wütet die Pest: Auf dem Archivbild von 2001 erläutert Rainer Mürle (1930–2008), Vater des Figurentheaterspielers Raphael Mürle, seine Installation im Stadtmuseum.

Stimmungsvolle Kulturinsel im Stadtteil Brötzingen

PFORZHEIM. Es ist ein kleines, aber feines Kulturzentrum, das sich rund um die alte Brötzinger Kirche seit vielen Jahren gebildet hat. Mittelpunkt der Brötzinger Kultureinrichtungen ist das Stadtmuseum mit der Alten Pfarrkirche St. Martin, dem Alten Schulhaus, einem Lapidarium, mehreren Scheunen und einem idyllischen Kräutergarten.

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Im Erdgeschoss des Alten Schulhauses wird der Besucher in die traditionellen in Pforzheim ansässigen Handwerke eingeführt. Berufe wie Uhrmacher, Goldschmied, Gerber und Flößer werden vorgestellt. Im Obergeschoss sind in der Abteilung „Wohnen in Stadt und Land“ Einrichtungen von Bürger- und Bauernwohnräumen zu sehen. In der Pfarrkirche mit ihrem spätgotischen Chor und der Sakristei aus dem frühen 16. Jahrhundert werden wichtige Ereignisse der Stadtgeschichte vom 12. bis ins 20. Jahrhundert aufgezeigt: Anhand von Installationen werden beispielsweise die Pest von 1501 und die Stadtbrände im 17. Jahrhundert erläutert. Die große Multi-Media-Installation „Pforzheim brennt“ stammt von dem international renommierten Künstler Jeffrey Shaw. Weiterer wichtiger Baustein der Brötzinger Kulturinsel ist die Marionettenbühne Mottenkäfig, die bereits seit 1967 besteht.

Die Bühne hat seit 1976 ihre eigene Spielstätte in dem Areal entlang der Kirchenstraße mit 99 Sitzplätzen und pflegt die traditionelle Kunst der Fadenfigur. Schwerpunkt der Bühne ist die dramatisierte Umsetzung von literarischen Stoffen unter anderem von Achim von Arnim, Christian Morgenstern, Günter Eich, Michael Ende, Peter Hacks, Peter Weiss, Salman Rushdie und Tankred Dorst. Auch Werke des Musiktheaters sind im Repertoire, wie Stücke von Niccolo Jommelli und Paul Hindemith. Seit 1987 hat der diplomierte Puppenspieler Raphael Mürle sein Domizil im Mottenkäfig. Sein Figurentheater hat sich mit ungewöhnlichen Inszenierungen in der Theaterwelt einen Namen gemacht. Mürles ausgeprägte Bildsprache, die Verwendung unterschiedlichster Spieltechniken sowie die außergewöhnlichen Bühnenkonstruktionen und Figurencharaktere zeichnen seine Theaterarbeit aus. Sein Repertoire ist breit gefächert und umfasst Abendveranstaltungen, Kurzprogramme und Kinderaufführungen.ps

Kulturvideos unter www.pforzheim.de, www. pz-news.de

30.05.2011

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