nach oben
05.03.2008

Streiks im öffentlichen Dienst

Die Zeit der Bescheidenheit ist vorbei: Acht Prozent mehr Lohn wollen die Arbeiter und Angestellten des öffentlichen Diensts haben – ein ordentlicher Batzen! Wie gestern eindrucksvoll in Flughäfen, U-Bahnstationen und Busbahnhöfen demonstriert wurde, sind die angebotenen fünf Prozent für die Gewerkschafter offenbar noch nicht einmal ein akzeptables Verhandlungsangebot. Man gibt sich selbstbewusst – und fährt gut damit, denn selten war das Verständnis für Forderungen nach mehr Lohn größer.

Dass aufgrund von steigenden Preisen für Lebensmittel und Energie immer weniger im Geldbeutel bleibt, ist eine Erfahrung, die Flughafenpersonal, Bus- und U-Bahnfahrer mit großen Teilen der Bevölkerung teilen. Das Gefühl, dass es jetzt reiche, dass man sich nicht wieder zu einem diffusen Wohl der Wirtschaft mit ein paar Prozent abspeisen lassen will, ist weit verbreitet.

Angesichts sprudelnder Steuereinnahmen sollten auch Bund und Kommunen in der Lage sein, doch noch einen Schritt auf ver.di zuzugehen. Zumal letztlich auch sie etwas davon haben: Wenn die Menschen wieder mehr Geld ausgeben können, profitiert nicht zuletzt der Staat.