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15.09.2008

Streit um Einschränkung der Alkoholwerbung

"Du Armer, musst wohl noch fahren…?“ – wer bei einem Fest nicht freiwillig zum Alkohol greift, kommt schnell in Rechtfertigungszwang. Das zeigt welchen gesellschaftlichen Stellenwert Alkoholkonsum hat. Nicht das Trinken ist verpönt, sondern der Verzicht. Und solange das so ist, sind auch Sucht und Abhängigkeit nur einen kleinen Schritt entfernt. Zu häufig wird weggesehen, im privaten, wie im wirtschaftlich-politischen Bereich.

Dass die Alkohol-Produzenten Aufklärung in Eigenregie fordern, ist heuchlerisch. Klar wollen Bierbrauer, Schnapsbrenner oder Winzer keine Suchtkranken. Sie wollen aber auch ganz sicher nicht, dass die Leute weniger trinken. Denn das würde auf Umsatz und Gewinn schlagen. Weil ein gesellschaftliches Umdenken aber nicht von alleine kommt, ist es Zeit, auf die Experten zu hören, die zum Beispiel Einschränkungen bei der Werbung fordern. Und allen, die deshalb den Untergang des Sports prophezeien, sei ein Blick in die Formel 1 empfohlen. Auch die dreht noch ihre Runden – obwohl die einst angeblich unverzichtbare Tabakwerbung dort inzwischen verboten ist.