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13.07.2009

Strom aus der Wüste: In der Krise legt die Kraft

Für viele umweltbewusste Menschen könnte ein lang gehegter Wunschtraum in Erfüllung gehen: Strom für europäische Haushalte in ausreichender Menge aus Sonnenenergie zu erzeugen – das heißt doch, es ist möglich, westlichen Lebensstandard mit Nachhaltigkeit zu vereinen.

Aber nicht nur für Ökos ist der Wüstenstrom eine gute Nachricht. Erstens, weil vom Klimawandel sowieso alle betroffen sein werden, und zweitens, weil es daneben auch um Energieversorgung geht.

Der Verteilungskampf um die verbleibenden fossilen Brennstoffe hat längst begonnen – tatsächlich ist er wohl schon verloren, denn Öl, Gas und Kohle gehen unwiederbringlich zur Neige. Die ewig strahlende Atomenergie aber wird nie eine echte Alternative darstellen. Dass jetzt große deutsche Konzerne in die Sonnenenergie einsteigen, ist der Beleg dafür, dass sie – vielleicht gerade noch rechtzeitig – die Zeichen der Zeit erkannt haben. Nicht aus purer Menschen- oder Umweltfreundlichkeit, versteht sich, sondern weil sie wissen, dass darin auch in wirtschaftlicher Hinsicht Zukunft steckt.

Der abgedroschene Spruch von der Krise, in der auch eine Chance liegt, scheint in Bezug auf Energieknappheit einmal zuzutreffen. Denn in vermeintlich besseren Zeiten, als Öl, Gas und Kohle noch zu Spottpreisen zu haben waren und Emissionen zum Nulltarif abgesondert werden durften, wäre wohl keines der Unternehmen auch nur im Traum darauf gekommen, in ein mit Risiken behaftetes Milliardenprojekt in der Wüste zu investieren. Jetzt geht es auf einmal doch. Not macht eben erfinderisch.