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12.09.2008

Studie über kriminelle Jugend

So, so – drei von fünf Jugendlichen haben also schon eine Straftat begangen. Um es vorweg zu nehmen: Das klingt schlimmer, nein, viel schlimmer, als es ist. William Shakespeare hat schon vor über 400 Jahren einen alten Schäfer im Wintermärchen sinngemäß sagen lassen: „Ich wollte, es gäbe gar kein Alter zwischen zehn und dreiundzwanzig oder die jungen Leute verschliefen die ganze Zeit: Denn dazwischen ist nichts, als den Dirnen Kinder schaffen, als die Alten ärgern, als stehlen und balgen.“ Das war pure Lebenserfahrung.

Zum Glück haben auch viele unserer Fachleute, Pädagogen, Kriminologen und Jugendrichter Lebenserfahrung genug, um die Statistiken mit einer angemessenen Differenzierung zu betrachten. Nicht selten und zu Recht haben sie in den vergangenen Jahrzehnten die Worte des prominenten Dichters zitiert, um zu belegen, dass Jugendkriminalität eine altersbedingte Erscheinung ist und dass es gilt, dieser Phase mit Toleranz und Gelassenheit zu begegnen.
Nicht oft genug kann man auch darauf hinweisen, dass die Gesellschaft den Jugendlichen zwar die Grenzen deutlich aufzeigen muss, sie aber nicht ausgrenzen darf. Strafen, auch hart strafen, wo erforderlich. Aber auch – nein, vor allem – erziehen. Und das am besten, bevor es zu spät ist.