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31.03.2008

Tarifabschluss im öffentlichen Dienst

Fünf Prozent mehr in diesem Jahr, drei Prozent im nächsten. Die Gehaltserhöhung für die 1,3 Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen belastet die öffentlichen Kassen mit fünf bis sieben Milliarden Euro zusätzlich. Geld, das der Steuerzahler aufbringen muss. Trotzdem sind Neid und Missgunst fehl am Platz.

Nach langem Stillhalten und nach vielen Zugeständnissen an die Arbeitgeber in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, stehen den Arbeitnehmern Lohnerhöhungen zu. Nicht nur weil der Wirtschaftsmotor wieder angesprungen ist, sondern auch weil die Inflation die Lebenshaltungskosten derzeit enorm steigen lässt. Der Tarifabschluss sollte also ein Zeichen an andere Branchen sein, selbstbewusst zu verhandeln.
Dass im öffentlichen Dienst gleichzeitig die Arbeitszeit verlängert wird, ist dagegen ein falsches Signal. Wenn offensichtlich mehr Arbeit da ist, als von den Arbeitnehmern im Augenblick bewältigt werden kann, dann müssen mehr Leute eingestellt werden. Arbeitslose gibt es schließlich genug im Land. In diesem Punkt müssen sich die Arbeitgeber endlich ihrer gesellschaftspolitischen Pflicht stellen.