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12.11.2008

Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie

Es ist geschafft. Die Tarifpartner in der Metall- und Elektroindustrie haben mit ihrer Einigung Mut und Vernunft bewiesen. Mut, weil sowohl im Arbeitgeberlager als auch bei den Beschäftigten hohe Erwartungen im Raum standen. Beide Seiten mussten Abstriche machen – das ist mutig.

Dass die geforderten acht Prozent angesichts des konjunkturellen Umfelds nur eine Wunschvorstellung sein konnten, war ohnehin klar. Das gehört zum üblichen Prozedere, ebenso wie das Säbelrasseln in Form von Warnstreiks vor den Werkstoren.
Einerseits hat die IG Metall mit der Vier vor dem Komma sicherlich einen Achtungserfolg erzielt. Immerhin wird mit der Lohnerhöhung die Kaufkraft im Inland angekurbelt. Andererseits wurde mit der frühzeitigen Einigung ein Arbeitskampf in der drohenden Rezession vermieden. Das war ein Signal der Vernunft.
Die meisten Unternehmen dürften die finanzielle Mehrbelastung verkraften können, weil sich der Kostendruck beim Rohstoff-Einkauf reduziert hat. Der schwächere Euro stärkt zudem den Export. Das hilft der Automobilindustrie im Inland wenig. Auch mit 4,2 Prozent brutto mehr in der Lohntüte kann sich keiner ein neues Auto aus heimischer Produktion leisten.