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06.01.2009

Tragischer Tod des Unternehmers Merckle

Adolf Merckle war keiner, den es ins Rampenlicht drängte. Wenn er geschäftliche Triumphe überhaupt feierte, dann vermutlich hinter den Kulissen des Kapitalismus. Der fünftreichste Mann in Deutschland benutzte dagegen auch mal das Fahrrad statt der Luxuslimousine, wenn er in seiner Heimat unterwegs war.

Merckle entsprach also ganz und gar nicht dem Klischee
des selbstverliebten Abzockers, dem es ausschließlich ums Geldverdienen geht. Und doch war er offenbar Gefangener eines Systems, in dem nur Siege zählen.

Es ist müßig und letztlich auch sinnlos, über die genauen Gründe zu spekulieren, die den 74-jährigen Merckle dazu bewegt haben, seinem Leben am Montag ein Ende zu machen. Eines darf aber nach den Äußerungen der Familie behauptet werden: Der Milliardär ist zerbrochen, weil er sein eigenes Schicksal unlösbar mit dem seines Unternehmens verknüpfte. Mit fatalen Folgen. Wer sich so ausschließlich über Erfolg definiert, macht sich auf eine Weise von ihm abhängig, die trotz vollen Geldbeutels existenzbedrohend sein kann. Die Firma war Merckles Leben. Leider.