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07.02.2010

Turbulente Tage vor der Ministerpräsidentenwahl

Das hatte sich Stefan Mappus sicherlich ganz anders vorgestellt. Ausgerechnet wenige Tage vor seiner Wahl zum achten Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg knirscht's und kracht's in Stuttgart an allen Ecken und Enden.

Erst die sogenannte Kies-Affäre von Finanz-Staatssekretär Gundolf Fleischer (CDU), wegen der die SPD-Opposition nun mit einem Untersuchungsausschuss droht; dann der Ärger über die Abstimmung im Landtag zum Kauf der Steuersünder-CD am vergangenen Freitag, bei der Mappus offenbar eine recht unglückliche Rolle gespielt hat; und jetzt der Krach in der CDU/FDP-Koalition über die neue Daten-CD. Gemessen an der Art und Weise, wie er sich sonst in Diskussionen und Debatten einschaltet, hält sich der Noch-CDU-Fraktionschef zurzeit auffallend zurück. Will er sich vielleicht bis zur Ministerpräsidentenwahl am Mittwoch aus der Schusslinie nehmen? Gut möglich.

Doch wer Mappus kennt, weiß, dass das so ganz und gar nicht zu ihm passt. Der Pforzheimer hat sich schließlich im Lauf seiner politischen Karriere insbesondere dadurch ausgezeichnet, dass er sich jeder Auseinandersetzung gestellt hat – meist lautstark und manchmal auch polternd. Außerdem ist Mappus bekannt für seine Führungsstärke sowie seine Fähigkeit, Position zu beziehen und diese auch gegen Widerstände zu verteidigen. Alles Eigenschaften, die er in den vergangenen Tagen vermissen ließ, die aber dringend vonnöten gewesen wären – zumal vom scheidenden Ministerpräsidenten Günther Oettinger nichts mehr zu erwarten ist. Es wird Zeit, dass Mappus wieder Tacheles redet.