nach oben
29.08.2008

US-Demokraten nominieren Barack Obama

Es muss wie eine Befreiung für Amerikas demokratische Partei gewesen sein: Hillary Clinton hat ihren Frieden mit dem zum Präsidentschaftskandidaten gekürten Barack Obama gemacht. Vordergründig und der puren Not gehorchend. Denn im tiefsten Inneren mag die einstige First Lady nun auf eine eigene Kandidatur in vier Jahren hoffen – vorausgesetzt Obama verliert im November das Rennen ums Weiße Haus.

Gebot der Stunde

Es ist ein Burgfrieden, den Clinton und Obama geschlossen haben. Die harschen, teils persönlich beleidigenden Worte, mit denen die beiden Protagonisten im Kräfte zehrenden Vorwahlkampf aufeinander losgegangen waren, sind nicht vergessen. Aber Clinton hat sich selbst in die Pflicht genommen. Was blieb ihr schließlich auch anderes übrig, als gute Miene zum – für sie – bösen Spiel zu machen.

Für beide gilt, Einigkeit zu demonstrieren. Einigkeit, die letztlich auch die beiden polarisierenden Lager innerhalb der Partei zusammenschweißen soll. Es ist das Gebot der Stunde, wollen die Demokraten die Republikaner und ihren Kandidaten John McCain in Schach halten. Denn wie schwer die Hypothek aus dem Vorwahlkampf wiegt, ist daran abzulesen, dass McCain in Umfragen zu Obama aufgeschlossen hat.

Clinton hat den Weg zur Einigkeit bereitet. An Obama wird es nun liegen, den Ball aufzugreifen und das Clinton-Lager von sich zu überzeugen. Zugleich muss die demokratische Partei damit aufhören, sich weiterhin mit sich selbst zu beschäftigen. Der Gegner heißt McCain – ihn gilt es nun ins Visier zu nehmen.