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22.09.2009

US-General warnt vor Niederlage in Afghanistan: Klar reden, klar handeln

Erfrischender Klartext, der da vom obersten US-Kommandeur in Afghanistan kommt. Während die Staatschefs in aller Welt herumdrucksen, wenn es um die Mission am Hindukusch geht, hat General McChrystal unmissverständlich formuliert, was die Stunde geschlagen hat.

Dabei ist die Quintessenz seiner Lageeinschng keine große Überraschung: Der Westen muss eine klare Strategie entwickeln und mehr Soldaten schicken – sonst droht eine Niederlage.
Das leuchtet auch vor dem Hintergrund der deutschen Probleme in Afghanistan ein. Die Bundeswehr-Soldaten werden zunehmend in Kämpfe verwickelt und die Regierung tut sich schwer damit, Art und Stoßrichtung des Einsatzes klar zu definieren. Ausdruck findet dieses Problem vor allem in dem längst peinlichen Beharren darauf, dass es sich nicht um einen „Krieg“ handele, in den die Truppen verstrickt sind.

Dabei kann die Wahrheit über Afghanistan gar nicht oft und deutlich genug gesagt werden. Die Soldaten stehen im Krieg gegen die Taliban, deren Rädelsführer das Land zurückgewinnen wollen. Im Hintergrund lauern schon die Terrorgruppen, um dann die ganze Region erneut zur Zentrale ihrer menschenverachtenden Aktivitäten zu machen. Entgegen den Behauptungen mancher Gegner des Einsatzes will der Westen dort nicht den Menschen mit Waffengewalt sein Wertesystem aufpfropfen, sondern er verteidigt seine Freiheit.

Dass so viele Deutsche den Einsatz dennoch ablehnen, mag mehrere Gründe haben. Einer ist aber ganz sicher, dass die Bundesregierung nicht entschlossen genug dazu steht. Dabei gibt es keinen Grund, sich dafür zu schämen: Mit der grundsätzlichen Entscheidung für den Kampf in Afghanistan vertritt die Regierung die Interessen des Volkes so klar wie auf kaum einem anderen Feld. Über Strategie und Truppenstärke lässt sich streiten – über den Einsatz an sich nicht.