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02.09.2008

Unruhen in Thailand

Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen Regierungsanhängern und deren Gegnern in Thailand zeigen den zumindest im Ausland lange ignorierten tiefen Graben innerhalb der thailändischen Gesellschaft.

Die Masse der armen Landbevölkerung, die erstmals durch den abgesetzten früheren Premierminister Taksin die Grundlagen einer soziale Absicherung erhielt, steht nun der Stadtbevölkerung gegenüber. Diese, finanziell von einflussreichen Clans organisiert, trägt den Widerstand gegen die gewählte Regierung des Taksin-Nachfolgers Samak.

Auch wenn das Militär sich von Putschabsichten gegen Samak distanziert, kann die Opposition auf Unterstützung der einflussreichen und mit den Mächtigen der Thai-Gesellschaft eng verbunden Militärs rechnen. Der Vorwurf des Stimmenkaufs gegen die Regierungspartei, in Thailand bei allen Gruppierungen üblich, erscheint als Vorwand, die Taksin-Anhänger endgültig von der politischen Macht auszuschließen. Ein Machtwort des allseits respektierten Königs könnte eine weitere Eskalation verhindern. Doch der gesundheitlich angeschlagene König Bhumibol schweigt.