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23.08.2010

Unsaubere Schläuche könnten Babytod verursacht haben

MAINZ. Verunreinigte Schläuche könnten möglicherweise den Tod zweier Babys an der Universitätsklinik Mainz verursacht haben. Der spezielle Reinraum, in dem die verschmutzten Lösungen für die Säuglinge hergestellt wurden, sei von der Klinik geschlossen worden, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Klaus-Peter Mieth am Montagvormittag in Mainz.

Die Schläuche aus der Apparatur dort wurden sichergestellt. Sie seien die einzige Stelle an den Geräten, an der Mitarbeiter direkt eingriffen und so Bakterien eintragen könnten, erklärte Mieth.

Es werde als wahrscheinlicher eingeschätzt, dass die Verunreinigung an der Universität passiert ist - und nicht bei einem der Hersteller der einzelnen Komponenten. Am Wochenende waren zwei Säuglinge durch verschmutzte Infusionen gestorben, die Ärzte bangen um das Leben eines weiteren Kindes. Der Zustand dieses Babys sei „absolut kritisch“, bei vier anderen Patienten gebe es „ganz vorsichtig ausgedrückt einen Hoffnungsschimmer“, sagte Mieth.

Die Obduktion der toten Kinder habe bislang lediglich ergeben, dass schwerste Vorerkrankungen bestanden haben, sagte der Oberstaatsanwalt. Die mit Darmbakterien verschmutzte Infusion sei noch nicht als Todesursache bestätigt, bei einem der Kinder sei der Keim aber nachgewiesen worden. Endgültige Ergebnisse könnten erst in den nächsten Tagen vorliegen. „Wenn wir den Keim isoliert haben, haben wir auch eine Chance, den tatsächlichen Verursacher zu ermitteln.“