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23.11.2009

Untauglich: Strafen für Eltern, die ihre

Beschlüsse zu fassen ist das eine. Die darin enthaltenen Forderungen dann aber auch umzusetzen, das ist das andere. Bei Letzterem hakt es oftmals. Wie jetzt beim Vorstoß der Landes-CDU. Die will jene Eltern mittels Kürzung von staatlichen Mitteln bestrafen, die ihre Kinder vernachlässigen und ohne Frühstück in die Schule schicken. Wie das geschehen soll? Darüber verliert die CDU kein Wort.

Soll ein Heer von staatlichen Kontrolleuren ausschwärmen? Sollen Pädagogen künftig Polizei spielen und in den Taschen ihrer Schüler nach dem Pausenbrot schnüffeln? Antwort: Fehlanzeige.Über den Sturm der Entrüstung, der gestern über die Christdemokraten hereinbrach, braucht sich im schwarzen Lager nicht zu wundern.

Es mag ja zum Wohl der Kinder gut gemeint sein, was die Union da am Wochenende in Friedrichshafen verabschiedet hat. Aber es taugt nicht. Natürlich darf die Gesellschaft nicht wegschauen, wenn Jungen und Mädchen hungrig in die Schule kommen, wenn sie vernachlässigt werden. Mit leerem Magen lernt es sich zum einen nicht gut, zum anderen gefährdet es auf Dauer die Gesundheit der betroffenen Kinder.

Mit der Kürzung von Sozialleistungen würde die Partei aber das Kind mit dem Bade ausschütten. Sie träfe damit vor allem jenen Kreis von Empfängern – nämlich Eltern, die Arbeitslosengeld II beziehen –, die jeden Cent benötigen, um zu überleben, um sich und ihren Kindern ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen.

Die Christdemokraten sollten sich andere Mittel einfallen lassen als zu sanktionieren. Mit Bestrafung der Eltern ist den Kindern nicht gedient. Im Gegenteil. Einer weiteren Stigmatisierung würde dadurch Vorschub geleistet.