nach oben
19.03.2008

V.I.P.-Tipp

Es ist vier Jahre her, dass es geschah. Ein junger Mann achtete nicht auf seine Kleidung. Zwar kleidete er sich jugendlich-modisch, nur der Angemessenheit seiner Garderobe schenkte er wenig Aufmerksamkeit. So kam es, dass er an einem Abend aufbrach in Richtung Disco mit einem T-Shirt am dürren Leib, auf dem ein Jesus-Bildnis prangte. Es war Karfreitag und über dem Haupte Jesu stand: „Thank God, I‘m a V.I.P.“ Dankt Gott, dass ich ein „V.I.P.“ bin.

Es ist unklar, was die Selbsteinschätzung des Trägers bedeutete. Wofür stand „V.I.P.“? Ein V.I.P-Tipp wäre: very inappropriate person – sehr unangemessene Person. Oder: very indecent person – sehr unanständige Person. Oder hielt er sich für „important“, für wichtig, als er sich mit seiner T-Shirt-Wahl am Karfreitag wichtig machte?
Der Türsteher auf jeden Fall war erzürnt über die Garderobe. Jesus degradiert zu Dekoration an seinem Todestag? Das ging nicht. Er schimpfte. Schäumte. Blubb, blubb, blubb. Und ließ den Träger gewähren, das Eintrittsgeld abgezählt in der Hand. Schönen Dank, schönen Abend.

Szeneapplaus. Auch an diesem (Kar-)Freitag wird das Ausgehverhalten junger Menschen wieder Stein des Anstoßes sein – kontroverse Diskussionen inklusive. Am restlichen Wochenende darf ruhigeren Gewissens gefeiert werden. Mehr noch. Wenn man den folgenden Namen hört, dürfen einem Steine vom Herzen fallen: DJ Hildegard. Halleluja, sie ist wieder da. In ganz Deutschland ist die Berlinerin dafür bekannt, an der Schnittstelle zwischen House und Techno erlesenste Platten zu servieren. Nun ist sie mal wieder in Pforzheim, wo das House-Publikum ihren Sound heiß und innig liebt. Im „House of Luv“ wird Sylvia Rathai alias Hildegard am Sonntag feinste elektronische Klänge feilbieten. Anlass hierfür: der vierte Geburtstag der Radioshow „Big City Beats“.

Szenewechsel. Der Sonntag ist also Feier-Tag in dieser Woche, da Montag ein Feiertag und somit freier Tag ist. Um bei all der Feierei – die meisten Discos sind Freitag, Samstag und Sonntag geöffnet – munter zu bleiben, empfiehlt sich die Lektüre der überaus großartigen, weil ironisch-überhöhten Techno-Nummer „Drei Tage wach“ von Lützenkirchen. Wie heißt es im irrwitzigen Liedtext? „Pille-palle, alle pralle, druff, druff, druff, druff“. Das, im Übrigen, wird für viele österliche Realität sein.