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10.03.2009

Verbraucherministerin will Rechte der Bankkunden stärken

Auf der Jagd nach Provisionen war manch einem Vermögensberater fast jedes Renditeversprechen recht. Seit Jahrzehnten waren sich Laien, die etwas mehr als die müden Sparzinsen mit ihren Anlagen verdienen wollten, nahezu schutzlos den Bankern ausliefern. Kein Problem – wenn es gut ging.

Doch wer hat schon das verwirrende Gestrüpp aus Optionsscheinen, Zinsderivaten, Hedgefonds und anderen Finanzprodukten wirklich durchschaut? Und Banken, die nicht mit überschäumenden Renditeversprechen am Markt operierten, wurden von ihren Investementkollegen an den großen Finanzplätzen mitleidig belächelt. So etwas stachelt an.
Erst die Finanzkrise hat den politisch Verantwortlichen die Augen geöffnet. Erst dieses Desaster hat gezeigt, wie wenig Rechte Anleger hatten, wenn sie Schadensersatz im Fall einer falschen Beratung durchsetzen wollen. Es wird also höchste Zeit, dass Lehren aus dem Finanzdebakel gezogen werden, die über das Tagesgeschäft hinaus reichen. Es gibt gute Gründe, die Banken stärker in die Pflicht zu nehmen. Die Verbraucher haben einen Anspruch darauf, über Chancen und Risiken ihrer Geldanlagen aufgeklärt zu werden. Wie gut das funktionieren kann, haben die regionalen Kreditinstitute, die heute nicht in der Klemme stecken, auch ohne Gesetze vorgemacht. Auch wenn die Renditen etwas schmaler sind – sie sind wenigstens sicher.