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19.08.2008

Verbraucherschützer warnen vor zu hohen Energiepreisen

Eines ist ja wohl klar: Energie wird auch in Zukunft immer teurer. Öl und Gas werden immer knapper, der weltweite Bedarf an Energie immer größer, die Spekulationen am Energiemarkt immer interessanter und die regenerativen Energiequellen sind noch lange nicht soweit, dass sie günstiger sein könnten als die konventionelle Energieerzeugung.

Ein anderes ist aber auch klar: Wenn die Energiepreise immer weiter steigen, braucht sich niemand zu wundern, dass die Binnenkonjunktur, beispielsweise der Einzelhandel, nicht in Schwung kommt. Wenn ein Vier-Personen-Haushalt – wie von den Verbraucherschützern vorgerechnet – in diesem Jahr 1000 Euro mehr für Heizung, Strom und Sprit ausgeben muss als im vergangenen Jahr, so fehlt das Geld natürlich an anderer Stelle, und das kann dazu führen, dass immer mehr Menschen in die Armut rutschen.

Was also tun? Sozialtarife einzuführen ist Unsinn, weil sie nur kurzfristig die Symptome lindern würden, aber nicht die Ursachen. Nicht mal die Verbraucherschützer schlagen das vor. Stattdessen geht es darum, seitens der Politik genauer als bisher den Energie- und Ölkonzernen auf die Finger zu schauen und alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um Preisabsprachen zu verhindern und bei willkürlichen Preiskalkulationen auf Kosten der Verbraucher einzuschreiten. Aber auch der Verbraucher selbst ist gefordert. Auch wenn der Wettbewerb auf dem Energiesektor nach wie vor im Argen liegt, es gibt Unternehmen, die oftmals billiger sind als die großen Energiekonzerne. Das aber bedeutet, dass man sich mit der Materie auseinandersetzen, dass man vergleichen und gegebenenfalls den Anbieter wechseln muss.

Doch zurück zur Politik: Sind den Politikern die Interessen und der Geldbeutel der Bürger aber wirklich nicht egal, müssen sie für mehr Energieeffizienz sorgen. Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung mag vielleicht einzigartig in der Welt sein, es ist trotzdem nur halbherzig und reicht bei weitem nicht aus, um die Menschen auf absehbare Zeit und nachhaltig zu entlasten. Mit anderen Worten: Energiesparen muss lukrativer werden. In diesem Fall sitzen die Politiker am Geldhahn.