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05.08.2008

Vergünstigungen für Aufsichtsräte

Das war klar: Nach der Freiflug-Affäre von ver.di-Chef Frank Bsirske wird mal wieder danach gerufen, Privilegien von Aufsichtsräten zu streichen. Aber jenseits aller Polemik, die dieses Thema immer begleitet, wird darüber auch diesmal wieder völlig zu Recht diskutiert.

Die Frage ist doch: Wie unabhängig ist ein Aufsichtsratsmitglied der Lufthansa AG, das mit dem Flugzeug kostenlos in der ersten Klasse durch die Welt jetten darf, wo doch seine Aufgabe darin besteht, den Konzernvorstand zu kontrollieren?
Niemand wird ernsthaft bestreiten, dass Aufsichtsräte für ihre Tätigkeit eine angemessene Vergütung erhalten sollen. Mit Blick auf die Kontrollfunktion eines Aufsichtsratsgremiums bedeutet angemessen aber ganz sicher nicht, zusätzlich zur Bezahlung mit Freiflügen im Wert von Zehntausenden Euro ausgestattet zu werden.
Also, weg mit den Privilegien und Rabatten für Aufsichtsratsmitglieder. Ob es aber tatsächlich dazu kommen wird, darf bezweifelt werden. Schließlich sitzen nicht wenige Politiker in Aufsichtsräten deutscher Unternehmen. Und die haben sich bislang nicht gerade dadurch ausgezeichnet, eigene Privilegien abzuschaffen.