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06.12.2009

VfB Stuttgart feuert Teamchef Markus Babbel

Desolate Auftritte in der Fußball-Bundesliga, Abstiegsgefahr und eine verunsicherte Mannschaft – beim VfB Stuttgart sind alle Kriterien erfüllt worden, die den Rauswurf von Teamchef Markus Babbel rechtfertigen. Die Disziplinlosigkeiten der Spieler auf und neben dem Platz hatten schon lange gegen den Trainer in Ausbildung gesprochen, ebenso wie die ständige und meist erfolglose Veränderung der Startformation. Zuletzt brach Babbel auch noch das letzte Argument weg, das für ihn sprach: die Motivationsfähigkeit. Vermutlich ist es ganz einfach: Der 37-Jährige war zu unerfahren, um der verfahrenen Situation Herr zu werden. Aber trotz aller triftigen Gründe hat Babbels Entlassung einen faden Beigeschmack.

Erster Schritt

Fragwürdig ist erstens der Zeitpunkt des Rauswurfs. Warum haben die Verantwortlichen um Präsident Erwin Staudt nach der Demütigung in Leverkusen (0:4) Babbel überhaupt eine Jobgarantie bis zur Winterpause eingeräumt – um sie schon eine Woche später wieder zu kassieren? Insider vermuten, die Vereinsspitze sei in dieser Frage in zwei Lager gespalten gewesen. Stellt sich die Frage, wer eigentlich das Sagen hat beim VfB.

Zweitens drängt sich der Eindruck auf, die Führungsetage habe sich in ihrer Entscheidung gegen Babbel auch von den Tumulten bei der Partie gegen den VfL Bochum leiten lassen. Doch wer machte da eigentlich am Samstag seinem Unmut Luft? Es waren größtenteils die „Ultras“, ein wild gewordener Mob, der vor (!) dem Spiel den VfB-Mannschaftsbus blockierte und grässlich-dumme Parolen rief wie: „Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot.“ Vor solchen „Fans“, denen es höchstens partiell um Fußball geht, darf kein Verein einknicken.

Nun hat also Christian Gross die Nachfolge von Markus Babbel angetreten. Ein erfahrener und international renommierter Coach, der das Rüstzeug mitbringt, den VfB aus dem Jammertal zu führen. Damit ist der erste Schritt im Stuttgarter Krisenmanagement gemacht, der zweite muss bald folgen. Und dann geht es auch um Horst Heldt. Die verfehlte Personalpolitik geht vor allem auf die Kappe des Managers und muss schonungslos diskutiert werden.