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15.04.2009

WWF-Bericht zum Fischfang

Es ist, um es klar zu sagen, eine Sauerei: 40 Prozent der gefangenen Fische werden als Ausschussware direkt vom Schiff wieder ins Meer gekippt – halbtot oder schon ganz hinüber, jedenfalls Müll. Man braucht kein Öko-Freak zu sein, um modernen Fischfang ekelerregend zu finden. Unser ausgestreckter Zeigefinger, mit dem wir nun auf skrupellose Fischereikonzerne zeigen, sollte sich aber gleich gegen uns selbst richten. Wir Verbraucher sitzen mit im Boot.

Mit politischer Kontrolle ist auf den Weltmeeren nur wenig auszurichten. Auch der so genannte Beifang ist schließlich getöteter Fisch und müsste eigentlich auf die Fangquoten mit angerechnet werden. Da hat der World Wildlife Fund (WWF) schon recht. Nur wie soll dies in der schier endlosen Weite der Meere durchgesetzt werden? Jedem einzelnen Boot hinterher zu spionieren wäre ein aussichtsloses Unterfangen, und die Wasser selbst sind tief und schweigsam.
So bleibt es uns Verbrauchern überlassen, mit unserem Kaufverhalten für umweltverträglichere Fangmethoden einzutreten. Nur weil wir an der Nahrungsbeschaffung nicht mehr direkt beteiligt sind, heißt das nicht, dass wir keine Verantwortung mehr dafür haben, was bei uns auf dem Teller liegt. Das gilt übrigens nicht nur für Fisch. Das Gute an letzterem ist: Hier gibt es immerhin schon ein Siegel, das es ganz leicht macht, guten Gewissens einzukaufen.