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27.03.2009

Wattestäbchen-Firma gibt Polizei die Schuld

Das wird ja immer besser: Zuerst jagen Polizisten jahrelang einer Spur nach, die gar keine ist. Dann stellt sich heraus, dass die verwendeten Wattestäbchen gar nicht für die Polizeiarbeit geeignet sind. Das ist starker Tobak. Wenn sich diese Behauptung bewahrheiten sollte, wird es eng für die Verantwortlichen beim Landeskriminalamt und ihren obersten Dienstherrn, Innenminister Heribert Rech.

Dieser hat in Sachen „Phantom“ auch schon bislang alles andere als eine gute Figur abgegeben. Erst als es gar nicht mehr anders ging, räumte er ein, dass der Verdacht auf einen polizeilichen Fehler bereits seit fast einem Jahr bestehe. Und selbst dann wollte er noch nicht von einer Panne sprechen. Was soll es denn sonst sein?
Womöglich ein handfester Skandal. Sollte sich nämlich herausstellen, dass die Polizei aus Sparsamkeit zum günstigeren, aber falschen Wattestäbchen gegriffen hat, wirft das noch ganz andere Fragen auf: Zum Beispiel die, ob denn die Polizei allmählich zu Tode gespart werden soll?
Das soll aber nicht heißen, die Polizei sei fein raus. Eines müssen sich die ermittelnden Beamten durchaus vorwerfen: Sie haben sich – im anscheinend blinden Vertrauen darauf, dass ja eine exakte wissenschaftliche Methode verwertbare Ergebnisse liefern muss – zu sehr auf die Technik verlassen. Auch an den Stellen, wo sie hätten misstrauisch werden sollen: Das so genannte Phantom tauchte schlicht in zu vielen unterschiedlichen Milieus und bei zu verschiedenen Verbrechen auf. Der gesunde Menschenverstand hätte da „Halt“ schreien müssen.