15. Dezember 2011

WirtschaftsKRAFT

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Wirtschaftskraft Nordschwarzwald
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Schmuckwelten Pforzheim. Fotos: Schmuckwelten Pforzheim
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Goldwand in den Schmuckwelten
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Weit mehr als nur Bollenhut und Schwarzwälder Kirschtorte

Satte 1,3 Milliarden Umsatz generiert die Tourismus-Industrie der Region Nordschwarzwald durchschnittlich pro Jahr. Rund 800 Millionen Euro kommen an Vorleistungen wie etwa Wareneinkauf, Dienstleistung und Investitionen hinzu. Damit ist klar, so die Tourismusexpertin Vera Haueisen: „Hinter den schönsten Wochen des Jahres steckt ein großer Wirtschaftsbereich mit beträchtlichen Umsätzen.“ Tourismus im Nordschwarzwald sei ein wichtiger Standortfaktor.

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Dank ihrer rund 25-jährigen Tätigkeit als Hoteldirektorin beim renommierten „Bareis“ in Baiersbronn sowie durch ihr Engagement in verschiedenen Kuratorien und Aufsichtsräten der Branche hat Vera Haueisen einen reichhaltigen Erfahrungsschatz gesammelt. Inzwischen ist sie selbstständige Beraterin für Hotellerie und Dienstleistungsunternehmen.

Und was assoziiert der Urlauber mit dem Schwarzwald? Nicht nur Bollenhut-Romantik und Schwarzwälder Kirschtorte, sondern: Natur, Wandern, Wellness, Radfahren, kulturelle und kulinarische Genüsse – um nur einiges zu nennen. Jährlich kommen mehr als eine Million Gäste in die Region. Annähernd vier Millionen Übernachtungen werden gezählt. Ergänzt wird dies durch knapp 37 Millionen Tagesreisende, sowohl Geschäftsreisende wie auch Ausflugsgäste. In der Datenbank der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald sind rund 2450 Unternehmen gelistet, die dem Gastgewerbe zuzuordnen sind, hinzu kommen fast 400 aus der Reisebranche. Das Statistische Landesamt zählt Haueisen zufolge fast 6000 Beschäftigte und knapp über 800 Auszubildende sind in den Tourismusberufen bei der IHK eingetragen.

So profitieren dem Tourismus ver­bundene Branchen direkt und indirekt von der Wertschöpfungskette dieses Wirtschaftsbereichs. Die oftmals nicht aus der Region stammenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen laut Haueisen „durch Miete, Konsum und Dienstleistungsbedarf in vielen Bereichen zusätzlichen Nutzen und Umsätze“. Ohnehin sei das Image der Ferienregion Schwarzwald gut. Beleg dafür: Die Forscher der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) fanden bei einer Studie zur Bekanntheit deutscher Reisegebiete heraus, dass der Schwarzwald auf Platz acht liegt – nach dem härtesten Mitwettbewerber Bayern. Bei der Markensympathie schafft es der Schwarzwald sogar auf Platz sieben.

Unterdessen werde die Urlaubsreise immer mehr ein emotionales Produkt. „Gerade hier müssen Ambiente, Sinnstiftung, Service und Qualität stimmen“, sagte Haueisen. Diese „weichen“ Erfolgsfaktoren hängen maßgeblich mit der Ausbildung und Qualifizierung der Fachkräfte zusammen.

Maschinenbau, Schmuckindustrie und Automobilzulieferer würden laut Haueisen oftmals deutlicher als wichtige Branchen in der Region wahrgenommen. Die Bedeutung des Tourismus hingegen werde unterschätzt. Die Tourismusexpertin plädiert für eine branchenübergreifende Aktion. In diesem Zusammenhang lobte sie das von der IHK und der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) initiierte „Touristische Aktionsbündnis“. Haueisen apelliert in einem IHK-Interview: „Der Nordschwarzwald hat durch seine starken – teilweise weltweit agierenden Betriebe der Wirtschaft – eine einzigartige Position. Lassen Sie uns das Zusammenspiel der Branchen, die Synergieeffekte in der Region nutzen.“ Denn: „Qualität, Exzellenz, Innovationsfähigkeit, made in Germany – für all das stehe der Nordschwarzwald.

Autor: VON GERD LACHE

16.12.2011

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