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21.04.2009

Werkrealschule neuen Typs

Ohne Fleiß kein Preis. Ein Sprichwort, das auch für die zukünftigen Werkrealschüler in Baden-Württemberg gelten wird. Einen Durchmarsch bis zur mittleren Reife gibt es für die Jungen und Mädchen, die vom Schuljahr 2010/11 an den neuen Schultyp besuchen werden, nicht. Kultusminister Helmut Rau hat damit sein Wort gebrochen und einmal mehr Vertrauen bei Eltern und Schülern verspielt.

Noch Ende vergangenen Jahres hatte der CDU-Politiker vollmundig die Zusage gegeben, dass das Versetzungszeugnis der neunten  Klasse für die Aufnahme in Klasse zehn genügt. In den vergangenen Wochen vollzog Rau die Kehrtwende. Anstatt damit aber offensiv an die Öffentlichkeit zu gehen und um Verständnis zu werben, übte sich der Minister in Geheimniskrämerei. Bis gestern.
Wer in der Werkrealschule neuen Typs die mittlere Reife erlangen will, der muss gleich zwei Hürden überspringen – am Ende von Klasse acht und Mitte des neunten Schuljahres. Für die Schüler bedeutet das Stress pur. Statt individuelle Förderung und Spaß am Unterricht feiert das Leistungsprinzip fröhliche Urstände.
Stellt sich die Frage: Warum das Kind nicht gleich auf die Realschule schicken? Der Weg zur mittleren Reife ist dort weniger steinig. Der Trend für diesen Schultyp dürfte sich verstärken. Denn beim genauen Hinsehen entpuppt sich die Werkrealschule als Mogelpackung.