
Das Milliardenbahnprojekt Stuttgart 21 (S21) ist nichts für Romantiker. Davon ist Twitter-User w_lena überzeugt. Im Internet schrieb sie: „Wo erwartet man denn sehnsüchtig den Liebsten, wenn nicht am Gleisende eines Kopfbahnhofs?“ Das Bauprojekt sieht den Umbau des aktuellen Stuttgarter Kopfbahnhofs zu einer unterirdischen Durchgangsstation vor. Die augenzwinkernde Kritik von w_lena ist in der hitzigen Debatte um das Bauprojekt eher eine Ausnahme. Denn während auf den Straßen zehntausende Demonstranten mit Kochtöpfen, Rasseln und Trillerpfeifen gegen die begonnenen Abrissarbeiten lärmen, schlägt der Streit auch im Internet hohe Wellen.
Die Gegner sind im Netz mit zahlreichen Websites breit aufgestellt. Dabei setzen sie bei ihren Unterstützern auf den Mitmach-Faktor:
Auf der Website www.parkschuetzer.de können sie sich äußern und ihren Namen eintragen – mehr als 20 000 haben es schon gemacht. „Jeden Tag haben wir 2500 Benutzer, Tendenz steigend“, sagt Parkschützer-Sprecher Matthias von Herrmann. Für die „Torwache“ am Bauzaun des Stuttgarter Hauptbahnhofs können sich Projektgegner auf der Website eintragen. Dadurch wird die Organisation der dauerhaften – auch nächtlichen -– Anwesenheit von Demonstranten am Bauzaun erleichtert. Per SMS und Mails werden sie außerdem informiert, wenn Bauarbeiten beginnen oder fortgesetzt werden. Dann finden sich rasch Dutzende oder gar hunderte Protestierende am Bauzaun ein, um den Bau zu blockieren oder zumindest zu verlangsamen.
Auf der Seite http://webcam.schrem.eu kann per Webcam die Situation am Hauptbahnhof, wo vor einigen Tagen der Abriss des Bahnhofs-Nordflügels begann, eingesehen werden.
Auf der Gegenseite sieht S21-Sprecher Wolfgang Drexler die Internetproteste mit Sorgenfalten. Die Kritiker seien im Netz „massiv in der Überzahl“, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete. Der Ton sei grob, eine sachliche Diskussion schwer möglich. Wolf von Dewitz





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