nach oben
07.03.2008

Wieder-Lieder

Wer im Nachtleben unterwegs ist, sieht dieselben Gesichter. Wieder und wieder. Doch manchmal mischen sich unverhoffte Wiedersehen in die Allnacht. Kennt Ihr das, wenn Menschen in die eigene Lebensrealität links einbiegen, ohne zu blinken? Menschen, die eine ganze Weile außer Sichtweite waren? Sie sind plötzlich anwesend, sehen toll aus – und sie lächeln. So ein Lächeln ist ein verhängnisvolles Geschenk. Hat man es empfangen, bleiben Worte im Halse stecken wie dicke Kinder in engen Rutschen.

Es ist schade, wenn sich derlei Wiedersehen im Nachtleben vollziehen. Das Nachtleben ist eine Büchse, prall gefüllt mit Musik, Foto-Scouts, Banalität und Unverbindlichkeit. Diese Umgebung ist geeignet zum Feiern, doch nicht zum Wiedersehen. Hierzu sollte man sich hinweg beamen können in eine Blase der Zweisamkeit. Um einfach nur nett zu plaudern. Im Hintergrund sollte leise „Ich erfriere neben Dir“ von Liedermacher Ralf von Mohn laufen.

Im Nachtleben hingegen läuft laut House. So ist man taub für die leisen Töne, die es sich eigentlich auszutauschen lohnt. Und dann muss man weiter. Plötzlich. Man nimmt noch ein Lächeln mit und ruft hinterher: „Schön, dass du da warst.“ Wiedersehen macht Freude.

Szeneapplaus. Wiederhören auch. Michael Müller kann man wieder hören in Pforzheim. Mit zwei Projekten beglückt er die Goldstadt. Zum einen bildet er gemeinsam mit Alex Hagmann ein DJ-Duo, das nun jeden Freitag das „RosenRot“ beschallt. Müller beschreibt das gebotene Programm namens „Funky Good Time“ wie folgt: „Maximaler Spaß bei null Mainstream, coole Sounds für urbane Menschen.“ Eine andere musikalische Richtung verfolgte Müller beim Gastspiel im „plus+“ am Samstag: Ein bisschen Electro, Indie und Pop-Klassiker – ein buntes Potpourri eben aus den prall gefüllten Kisten des leidenschaftlichen Plattensammlers. Das sind Lieder, die man gerne wieder hört – Wieder-Lieder. Denen lauschen kann man im „plus+“ zum nächsten Mal am Samstag, 29. März. Vormerken.

Szenewechsel. Bereits diesen Freitag zuhören darf man DJ Soulstar, einem hervorragenden Plattendreher und Produzent aus Stuttgart. Seine musikalische Bandbreite reicht von House über Electro bis Progressive, und er wird sie im „Como Club“ vorstellen. Klingt gut.