nach oben
29.07.2008

Wirbel um Sarrazins Äußerungen zu Energiepreisen

Dass sich die Linke mit Genuss auf den vermeintlich herzlosen Senator stürzt, ist wenig verwunderlich. So kann sie sich trefflich als Rächer und Retter der sozial Schwachen gebärden, die unter den Folgen des eiskalten Neoliberalismus leiden. Um im nächsten Atemzug schon Versprechen zu geben, die nicht zu halten sind. Würde eine deutsche Regierung ernsthaft versuchen, die Preissteigerungen auf dem Energiesektor mittels staatlicher Hilfen zu kompensieren, wäre das Land ruckzuck bankrott. Möglich ist maximal, manchem das Abrutschen unter die Armutsgrenze zu ersparen. Mag sein, dass Sarrazin überdreht hat, bei dem Versuch, ein paar Leute mehr aufzuwecken. Aber wird nicht ständig von Politikern gefordert, den Wählern reinen Wein einzuschenken? Haben die Deutschen nicht zunehmend die Nase voll von der Taktiererei, die den politischen Betrieb prägt? Lieber gelegentlich etwas zu deutlich werden, als Wichtiges aus Eigennutz zu verschweigen.