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Martin Wetzel, Leiter des Hauses der Jugend, hat mit dem Schimmel zu kämpfen – vor allem in den Kellerräumen.  Fotos: Seibel
Martin Wetzel, Leiter des Hauses der Jugend, hat mit dem Schimmel zu kämpfen – vor allem in den Kellerräumen. Fotos: Seibel
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Zahn der Zeit nagt am Haus der Jugend

Der Pforzheimer Gemeinderat muss entscheiden: Wie viel Geld ist uns das Haus der Jugend wert? Die Soziale Einrichtung im Benckiserpark ist nämlich in einem schlechten Zustand.

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Bildergalerie: Schimmelschäden im Haus der Jugend
Schaeden Schimmel Haus der Jugend Wetzel 2.jpg Schaeden Schimmel Haus der Jugend Wetzel 3.jpg Schaeden Schimmel Haus der Jugend Wetzel 1.jpg

Die Kinder nutzten die Spielkiste, die Älteren die Kicker und den Billard-Tisch – so stand es in der PZ, gerade einen Monat ist es her. Doch der Zahn der Zeit nagte sehr schnell im Haus der Jugend: Der Billard-Tisch ist eine schiefe Ebene und derzeit unbrauchbar. Eines der beiden Rollengestelle hielt der Belastung nicht mehr stand und krachte zusammen. Wenn das nur das einzige Problem wäre...

„Wir haben in den Kellerräumen Riesen-Schwierigkeiten“, sagt Hartmut Wagner, Geschäftsführer des Stadtjugendrings. „Seit dem Bau der Benckiserhalle und den geänderten Abflüssen nimmt das Fundament Schaden.“ Vor Ort zeigt Martin Wetzel, seit 2001 Leiter der größten Jugendeinrichtung der Stadt, was Wagner am Telefon angedeutet hatte: Im Gewölbekeller der alten Benckiser-Villa, der von den Hip-Hoppern und dem 1. Show-Fanfarenzug Pforzheim zum Proben genutzt wird, sind die Wasserflecken ebenso wenig zu übersehen wie in einem weiteren Kellerraum, in dem das Wasser seine Spuren noch bis in 15 Zentimetern Höhe hinterlassen hat. Gerätschaften wie die Trommeln des Fanfarenzugs können nur auf Regalen oder Paletten gelagert werden. „Hier ist der Starkstromanschluss für die Säge“, sagt Wetzel, und schaudert, „und das in einem Raum ohne Belüftung.“

Banger Blick in den Park

„Hausmeister“ steht auf einem Schild neben dem Eingang zu einem anderen Kellerraum. Doch einen Hausmeister gibt es schon seit knapp zehn Jahren nicht mehr im Haus der Jugend – weggespart. Vor dem Gärtnerkeller, zu dem vom Park aus eine Rampe hinabführt, stinkt es nach Kot und Urin. „Das wird noch schlimmer“, sagt Wetzel und blickt hinüber auf die andere Seite des Parks, wo sich knapp 20 Frauen und Männer aller Altersgruppen an ihren Bier- und Schnapsflaschen festhalten. Wenn es wärmer wird, wird die Zahl dieser Klientel steigen, das ist sicher – und damit auch die Klagen der Anwohner und Fußgänger, die durch den Park müssen. Damit ist die alljährliche politische Diskussion um Duldung oder Vertreibung programmiert.

Wetzel geht weiter, schließt Raum um Raum auf. Im „Mädchentreff“ hängt eine dicke Tapete auf Halbmast, Schimmel feiert fröhliche Urständ’. „Die Küche müsste eigentlich komplett raus und ersetzt werden“, sagt der Hausherr, „und der grüne Anstrich im Flur ist auch schon über zehn Jahre alt.“ Von den Heizkörpern blättert die Farbe ab, die Türen sehen stark mitgenommen aus.

„Wir müssen den Jugendlichen das Gefühl von Anerkennung und Wertschätzung vermitteln“, fügt Wetzel an, „das spiegelt sich auch im Zustand des Hauses wider“.

Unnötige Irritation

Wie Hartmut Wagner hat auch er die Signale vernommen, dass sich die Aufregung um eine mögliche Schließung gelegt hat. Kurzfristig waren Irritationen aufgetaucht, wonach die Einrichtung eventuell für einen Kindergarten in der Weststadt umgenutzt werden sollte. Solange diese politische Entscheidung noch offen war, wollte sich das Gebäudemanagement der Stadt noch nicht zum Sanierungsbedarf äußern.

Das Haus der Jugend gehört zu 20 Bauprojekten, die in einem kleinen Vorversuch auf einen Sanierungsbedarf überprüft werden. Rund 320 weitere städtische Objekte würden folgen, sagt der Leiter des Gebäudemanagements, Gerhard Biehmelt, gegenüber der „Pforzheimer Zeitung“. Über das – ihm noch nicht vorliegende – Ergebnis werde das Gebäudemanagement den Bauausschuss informieren. Und dann geht es in den Gemeinderat, verbunden mit der Frage, wie viel die Stadt auszugeben willens und in der Lage ist.

Autor: Olaf Lorch-Gerstenmaier

26.03.2012

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Portus
26.03.2012
Zahn der Zeit nagt am Haus der Jugend

Der Zustand des HdJ steht symbolisch für die desaströsen betriebs- und volkswirtschaftlichen Fehlentscheidungen der - gewählten - Verantwortlichen in Pforzheim. Die beschriebenen Mängel sind ja nicht erst von gestern auf heute entstanden. Geld scheint aber genug da zu sein, um Menschen aus aller Herren Länder hier aufzunehmen, die zum Großteil Analphabeten sind, unsere Sprache nicht beherrschen, keine Ausbildung haben und langfristig mit Steuergeldern alimentiert werden müssen. Diese Leute ...... mehr...

Planet2
27.03.2012
Zahn der Zeit nagt am Haus der Jugend

Ich verstehe es auch nicht.:confused: mehr...

BadnerBube
27.03.2012
Zahn der Zeit nagt am Haus der Jugend

Pforzheim hat doch tausende gut ausgebildeter und arbeitswilligen Menschen. Die sind doch sicherlich bereit in ihrer vielen freien Zeit etwas für die Stadt zu tun von der sie ihr Geld bekommen. Oder findet sich keiner der bereit ist zumindest stundenweise eine gewisse Gegenleistung zu erbringen? mehr...

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