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02.03.2009

Zollitschs Kritik an Mixas Vergleich

Erzbischof Robert Zollitsch hat den Vergleich des Augsburger Bischofs Walter Mixa deutlich kritisiert. Das war nötig und richtig. Allerdings wäre es wünschenswert gewesen, wenn die Reaktion des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz schneller und präziser gekommen wäre.

Schließlich ist der Aufschrei nach der Holocaust-Leugnung des Bischofs der Priesterbruderschaft St. Pius X, Richard Williamson, noch nicht ganz verhallt, da hat die katholische Kirche bereits mit dem nächsten verbalen Blackout eines ihrer Bischöfe zu kämpfen. Und der Vergleich der Abtreibungszahlen der vergangenen zehn Jahre mit den Opfern des Holocaust kann durchaus als solche bezeichnet werden. Denn Mixa stellt letztlich schwangere Frauen, die sich aus welchen Gründen auch immer für eine Abtreibung entscheiden, mit jenen Nationalsozialisten auf eine Stufe, die den grausamen, unfassbaren Völkermord an rund sechs Millionen Juden begangen haben. Gleichzeitig verharmlost er den Holocaust in einem nicht zu ertragenden Maß.
Dass Bischöfe wie Williamson oder Mixa mit ihren äußert fragwürdigen Äußerungen für die katholische Kirche zum ernsten Problem werden könnten, steht außer Frage. Ob und wie eindeutig die Kirche darauf reagiert, bleibt abzuwarten. Wichtig wäre jedoch vor allem eines: Konsequenz.