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© Symbolbild PZ
18.03.2017

Zwei Menschen nach Stromschlag auf Zugdach schwer verletzt

Estavayer-le-Lac/Chiasso (dpa) - In der Schweiz sind zwei Menschen auf Zügen von Stromschlägen schwer verletzt worden.

In Chiasso im Tessin wurde am Samstagnachmittag ein schwer verletzter Mann auf einem aus Italien kommenden Zug entdeckt, wie die Schweizer Nachrichtenagentur sda berichtete. Seine Identität war vorerst unklar.

Im Bahnhof von Estavayer-le-Lac im Kanton Freiburg war am Morgen ein verletzter 17-Jähriger neben den Gleisen gefunden worden, wie es weiter hieß. Der Jugendliche sei auf einen Waggon eines Güterzuges auf einem Abstellgleis geklettert und habe einen Stromschlag erlitten. Er sei mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht worden.

Neun Tage zuvor war der sda zufolge ein Jugendlicher in Cornaux auf einen Zug geklettert und durch einen Stromschlag schwer verletzt worden. Der 17-Jährige starb drei Tage später an den Folgen. Ende Februar war ein 20-Jähriger aus Mali ums Leben gekommen, als er auf dem Dach eines Zuges aus Italien in die Schweiz einreisen wollte.

Auch in Deutschland hatte es kürzlich einen ähnlichen Fall gegeben: Ein 14-Jähriger war Anfang März in Bremen auf einen Bahnmast geklettert, hatte einen Stromschlag erlitten und war zu Boden gestützt. Er überlebte schwer verletzt - auch, weil er direkt von einem zufällig anwesenden Notarzt versorgt wurde.

Die beiden Fälle erinnern stark an ein schweres Unglück, was sich im verganenen Jahr am Pforzheimer Hauptbahnhof ereignete: Damals war ein 23-jähriger Mann aus Polen auf einen Güterwagen geklettert und wurde durch einen Stromschlag lebensgefährlich verletzt.

Auch in den Jahren zuvor haben vor allem junge Menschen in Pforzheim und dem Enzkreis immer wieder die Gefahren an den Bahngleisen unterschätzt. Dabei kam es zu schweren Unfällen, die zum teil auch tödlich ausgingen. So starb in Pforzheim im August 2009 ein 27-Jähriger, der seinen Heimweg über die Gleise abkürzen wollte und über einen Waggon kletterte. In Remchingen verunglückte im Juni 2010 ein 18-Jähriger tödlich, der auf einen abgestellten Güterwaggon geklettert war. Er hatte mit seinen Freunden am Bahnhof gefeiert. Im Mai 2012 wurde in Pforzheim ein 28-Jähriger lebensgefährlich verletzt, nachdem er auf den Waggon eines Güterzuges geklettert war. In Stuttgart tötet im Mai 2013 ein Stromschlag auf einem Kesselwagen ein 17 Jahre altes, alkoholisiertes Mädchen. Zwei Freundinnen wollten sie fotografieren und wurden selbst verletzt. Und im Februar 2014 kletterte in Pforzheim ein 22-Jähriger auf einen Güterwaggon, erlitt einen Stromschlag und starb. Sein Bruder und sein Cousin versuchten vergeblich, ihn am Klettern zu hindern.