

PFORZHEIM. Als Axel Klauschke Mitte der 70er-Jahre das 1906 als Gasthaus Rappen eröffnete Traditionslokal in Brötzingen in einen Jazzclub verwandelt hat, verfolgte der Wahl-Pforzheimer ein hoch gestecktes Ziel. Er wollte international gefeierte Stars des Jazz in die Goldstadt locken. Und der Traum des Jazzliebhabers ist in Erfüllung gegangen. Das domicile genießt seit vielen Jahren weit über die Grenzen Pforzheims, Baden-Württembergs und sogar Deutschlands hinaus einen guten Ruf.
Viele der sogenannten Bignames von A wie Nat Adderly bis Z wie Attila Zoller haben während der vergangenen dreieinhalb Jahrzehnte in dem Lokal in der Brunnenstraße 4 Station gemacht und ihre klingende Visitenkarte abgegeben. Aber auch Billy Cobham oder Chico Freeman, Esbjörn Svensson, das Sun Ra Orchestra oder die deutschen Jazzlegenden Joachim Kühn, Albert Mangelsdorff und Paul Kuhn haben mit ihren Auftritten für herausragende Konzertabende in familiärer Atmosphäre gesorgt. Insbesondere während der Wintermonate lädt der Jazzclub-Macher Klauschke zu den oft sehr intimen Montagskonzerten, bei denen viele Stars hautnah zu erleben sind. Waren es in den früheren Jahren überwiegend die amerikanischen Jazzgrößen, die während ihrer Europatourneen am Ufer der Enz aufgetreten sind, so hat sich das domicile in der jüngeren Vergangenheit auch zu einer Plattform für den süddeutschen Jazz-Nachwuchs entwickelt. Regelmäßig sonntags finden bei freiem Eintritt unter dem Label „Jazz-Lounge“ Konzerte von jungen Talenten statt, wobei nicht zuletzt der Gitarrist Dieter Fischer mit Axel Klauschke regelmäßig Ausschau nach jungen Musikern hält, die – mal mit aufgepeppten Standards, mal mit erfrischenden Eigenkompositionen – im Zusammenspiel mit der Hausband des domicile aufspielen.
Was das domicile für Jazzliebhaber ist, ist – ebenfalls seit Mitte der 70er-Jahre – nur wenige Meter entfernt in der Brunnenstraße 14 die Galerie Brötzinger Art für die Freunde der bildenden Kunst.
Die in den Räumen einer ehemaligen Metzgerei von einem Verein getragene Galerie hat sich überregional als Präsentationsort für moderne Kunst einen guten Namen gemacht. Der Verein hat es sich dabei primär zur Aufgabe gemacht, vor allem jungen Künstlern die Möglichkeit zu bieten, ihre oft unkonventionelle Arbeiten, die durch Qualität, Technik und Aussage bestechen, einem interessierten Publikum vorzustellen. Ergänzend zu den Einzelschauen werden auch immer wieder Gruppenausstellungen zu bestimmten Themen organisiert, regelmäßig werden aber auch kleinformatige Arbeiten gezeigt, die bei der International Biennial Of Miniature Art in der Pforzheimer Partnerstadt Tschenstochau eine Würdigung erfahren haben. Die Galerie ist donnerstags von 14 bis 17 Uhr, freitags und samstags von 18.30 bis 22 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Ralf Recklies
und www.pz-news.de zu sehen.





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