

PFORZHEIM. Mit hohem Besuch vom Kultusminister, Abgeordneten und vielen aktuellen wie ehemaligen Schülern hat das Hilda-Gymnasium sein Jubiläum gefeiert. Am Freitagabend mit einem Festakt, am Samstag mit dem Schulfest.
Eine Familie ist die beste Gemeinschaft, die man sich nur wünschen kann: In jeder Lebenslage hält sie zu einem und hilft, wo sie kann. Dass Familienmitglieder nicht alle denselben Nachnamen tragen müssen, sieht man an der „Hilda-Familie“: Am vergangenen Wochenende feierte sie den 100. Jahrestag der Namensgebung – am Freitagabend im CongressCentrum und am Samstag mit einem Schulfest.
Die 51 Nationen am Hilda-Gymnasium tragen wahrlich nicht alle denselben Nachnamen, dennoch bezeichnen sie sich selbst als große Familie. Diese Botschaft ist sogar bis nach Stuttgart durchgedrungen, denn Kultusminister Helmut Rau, der am Freitagabend die Festrede hielt, leitete diese mit den Worten ein: „Das Hilda-Gymnasium muss schon etwas ganz Besonderes sein.“ Bei der Einladung durch Rektor Günther Scheu habe er zuerst gar nicht verstanden, dass es sich bei dem Jubiläum „nur“ um den Namenstag dreht. „Aber anscheinend feiern die Hildaner gern“, meinte Rau amüsiert, und gab gleich Tipps für weitere mögliche Anlässe: „In drei Jahren können sie das Koedukations-Jubiläum feiern und in wenigen Monaten jährt sich das erste Abitur.“
Bei seiner Rede über Mädchenbildung, passend zur ehemaligen „höheren Töchterschule“, legte Rau bei allen amüsanten Anekdoten aus der Geschichte Wert darauf, dass es nicht heißt: „Die eine und der andere – wir können und wollen auf kein Talent verzichten, weder männlich noch weiblich.“
Dass die Talente am Hilda-Gymnasium optimal und ganz im Sinne Raus gefördert werden, konnte man an dem vielseitigen Programm, das Schüler, Lehrer und Eltern auf die Beine gestellt hatten, gut erkennen. Zu Beginn des Abends entlockte das Flöten-Ensemble von Musiklehrer Karl-Heinz Morell seinen Instrumenten die schönsten Töne. Derart eingestimmt konnte sich das rund 800-köpfige Publikum ganz auf die Worte des Künstlers und Ex-Hildaners René Dantes konzentrieren. Obwohl er befürchtete, dass seine ehemaligen Deutschlehrer die Hände über den Kopf zusammenschlagen, wenn sie ihn reden hören, beschwerte sich niemand über seine persönlichen Worte. Im Gegenteil: Als Dantes von seinem Autounfall und dem Tod seines Vaters während seiner Abitur-Phase berichtete, wurde klar, wie wichtig der familienartige Zusammenhalt der Hildaner ist. „Meine damaligen Lehrer haben mir sprichwörtlich den Rücken gestärkt“, meinte der Künstler und überreichte ein Bild zum 100-jährigen Namenstag.
Die sechste Klasse hatte zusammen mit ihrem Kunstlehrer Martin Kaul einen Trickfilm erstellt, in dem die Großherzogin Hilda von Baden zum Leben erweckt wurde. Wie bei einer Schiffstaufe ließ sie im Film eine Champagnerflasche gegen die Hilda-Mauern sausen, woraufhin ein großes Loch klaffte. Nicht schlimm – haben sich die Sechstklässler wohl gedacht – und prompt den Südeingang daraus entstehen lassen.
Der zweite Film des Abends stammte vom sogenannten Seminarkurs Medien und ist in Zusammenarbeit mit der Filmproduktionsfirma „Flmmr“ und der Hochschule entstanden: Die Kamera begleitete mehrere Schüler unterschiedlicher Altersstufen ein Stück auf ihrem Schulalltag. Dabei wurde klar, dass dieser gar nicht so alltäglich ist: Chorproben, Arbeitsgruppen, Physikexperimente und Austausch-Schüler aus Südamerika. Das Hilda präsentierte sich in diesem Film von seiner Schokoladenseite und alle Mitglieder der großen Familie können darauf wahrlich stolz sein.
Autor: kristin bauer





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